Sirenen heulen

Angriffe, Drohungen: USA erhöhen Druck auf Iran

Ausland
16.07.2026 06:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das US-Militär startete am Mittwoch zwei Angriffswellen auf den Iran und attackierte zudem ein Schiff, das gegen die Blockade iranischer Häfen verstoßen haben soll. US-Präsident Donald Trump drohte erneut mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur, ehe er wenig später versöhnlichere Töne anschlug. 

Mit den Angriffen solle die Fähigkeit des Irans eingeschränkt werden, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Konkretere Angaben zum Ziel der Angriffe machten die Streitkräfte zunächst nicht.

Neben den gegenseitigen Angriffen sorgt auch die US-Seeblockade gegen iranische Häfen für Spannungen, die US-Streitkräfte nach einer zwischenzeitlichen Pause seit Dienstag wieder durchsetzen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen. 

Zudem griff das US-Militär laut Centcom (siehe X-Beitrag unten) einen unbeladenen Öltanker an, der demnach einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte. Man habe den Schornstein des unter der Flagge Curaçaos fahrenden Schiffes mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht.

Explosionen in Hafenstadt 
Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, vier Orte am Rande von Ahwas seien getroffen worden.

US-Präsident Donald Trump soll zu einer Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen den Iran ...
US-Präsident Donald Trump soll zu einer Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen den Iran tendieren.(Bild: AFP/SAUL LOEB)

Flugabwehr in Bahrain aktiviert
Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle der USA auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Wegen Drohnenattacken wurde die Flugabwehr aktiviert. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu bringen. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt, aber beide Länder sind im Krieg immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.

In Kuwait fingen die Streitkräfte nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren.

(Bild: ruthsocial.com/@realDonaldTrump)

„Katastrophale Konsequenzen“
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „zutiefst besorgt“ von der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region. Er rief alle Beteiligten auf, sofort Schritte zur Deeskalation zu unternehmen und zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren. Sollten die Kampfhandlungen wieder in vollem Umfang aufgenommen werden, drohten „katastrophale Konsequenzen“, warnte er. Zudem forderte Guterres erneut, dass der freie Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sichergestellt werden müsse.

„Wir werden sehen, ob ...“
Was hat Trump vor?

Das „Wall Street Journal“ berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass Trump zu einer Ausweitung des militärischen Vorgehens gegen den Iran tendiere, aber noch keine endgültige Entscheidung über die nächsten Schritte getroffen habe. Optionen sind demnach, die Luftangriffe auszuweiten, Bodentruppen zur Eroberung iranischer Inseln nahe der Straße von Hormus einzusetzen sowie die Bombardierung einer iranischen Atomeinrichtung, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Trump hatte jüngst mit einem Angriff auf den Komplex gedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt.

„Ich mag keine Fristen“
Der US-Präsident hatte dem Iran zudem einmal mehr mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“

Am Mittwoch wiederholte Trump dann seine Behauptung, der Iran wolle „unbedingt“ eine Vereinbarung zur Beilegung der Kämpfe schließen. „Ihnen gefällt nicht, was wir tun, und sie möchten die Sache tatsächlich beilegen. Wir werden sehen, ob wir uns mit ihnen einigen oder ob wir die Sache einfach zu Ende bringen.“

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