Nach Englands WM-Drama

„Hat den Sieg gekostet!“ Heftige Kritik an Tuchel

Nach dem dramatischen Aus der Engländer im WM-Halbfinale gegen Argentinien (1:2) hagelt es auch Kritik am Teamchef der „Three Lions“. Thomas Tuchel habe England mit seinen Entscheidungen „den Sieg gekostet“, urteilt etwa Ex-Kicker Wayne Rooney. Auch die Presse schießt sich gleich auf den Deutschen ein. 

„England-Fans wütend auf Tuchel – das geht auf seine Kappe“, schrieb „The Sun“ nur kurz nach der bitteren WM-Pleite der „Three Lions“ und zeigte damit gleich, dass dem Deutschen ungemütliche Tage und Wochen bevorstehen dürften. Denn dessen Wechsel-Entscheidungen werden im „Mutterland des Fußballs“ als entscheidender Faktor für die Niederlage angesehen.

So tobt auch Rooney als „BBC“-Experte: „Die Entscheidungen, die Tuchel getroffen hat, haben uns heute Abend den Sieg gekostet!“ Besonders umstritten: In der 72. Minute nahm der Teamchef den Torschützen des zwischenzeitlichen 1:0, Anthony Gordon, vom Platz und ersetzte den Stürmer durch einen zusätzlichen Innenverteidiger. 

„Nicht an seine Mannschaft geglaubt“
Eine Entscheidung, die auch beim ehemaligen englischen Nationaltorhüter Joe Hart für Fassungslosigkeit sorgte: „Bei allem Lob, das wir Thomas Tuchel gezollt haben – dass er so schnell umgestellt hat, bedeutet, dass er nicht an seine Mannschaft geglaubt hat, dass er nicht dachte, sie könnte Argentinien noch weitere Schläge versetzen.“ 

Wayne Rooney
Wayne Rooney(Bild: AFP/PAUL ELLIS)

Nach dem Abpfiff war Tuchel selbst von den dramatischen Schlussminuten, in denen die Argentinier das Spiel noch drehen konnten, überwältigt. Scheinbar ziellos streifte er über den Rasen. Neben dem Schmerz über das bittere Ausscheiden war dem ehemaligen Bayern-Trainer sicherlich auch bewusst, was ihm nun auf der Insel an Kritik entgegenschlagen wird. 

Der „Telegraph“ prophezeite gar: „Die Vorwürfe werden noch Jahre anhalten.“ Ex-Kicker Chris Sutton sprach von einer „taktischen Katastrophe“. Tuchel selbst meldete sich schließlich auch zu Wort: „Im Moment bereue ich nichts. Man kann das mit einer Million Trainern diskutieren, aber ich muss auf dem Platz eine Entscheidung treffen. Ich habe mich für eine bestimmte Vorgehensweise entschieden. Das liegt in meiner Verantwortung“, zog der 52-Jährige ein erstes Fazit. 

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