Steuerzahler blecht. Der ÖVP-Chef geht wieder einmal auf Reisen. Nein, diesmal nicht schon wieder zu einem Spiel bei der Fußball-WM in den USA, wie kürzlich zu Österreich gegen Argentinien nach Dallas - begleitet von einer zehnköpfigen Entourage. Diesmal bäckt Christian Stocker kleinere Brötchen. Seine Reise führt ihn heute ins niederösterreichische Tulln, ehe es in den nächsten Wochen nach Schwarzenberg in Vorarlberg, nach Villach und in mehrere Landeshauptstädte geht. Diesmal wird wohl, so viel man hört, eher nicht geflogen, zu elft wird man auch nicht reisen, vermutlich sind es sogar noch mehr Leute. Was aber die Reisen in die Bundesländer mit der umstrittenen und vielkritisierten Reise nach Texas verbindet: Finanziert werden sie von den österreichischen Steuerzahlern.
Gute Reise! Stocker tourt offiziell nicht als Parteichef der ÖVP, sondern als Bundeskanzler. Das sogenannte „Bürgerservice“ des Bundeskanzleramtes lädt pro Bundesland je 200 Personen ein, deren Auswahl, wie es formuliert wird, „mit wissenschaftlich statistischer Begleitung“ erfolgt, wodurch „eine möglichst hohe Objektivität“ sichergestellt werden soll. Na, dann ist das alles natürlich streng amtlich und hat mit Parteipolitik rein gar nichts zu tun! Oder darf der gelernte Österreicher doch vermuten, dass so eine Tour vor allem Wahlwerbung für Stocker und die ÖVP ist? Darf man unterstellen, dass sich die ÖVP so eine Tour ihres Chefs nicht mehr leisten kann, weil ja die Parteienförderung – die höchste in Europa – leider, leider nicht erhöht wurde? So kommen eben wieder einmal wir Steuerzahler für die Reise- und Veranstaltungsspesen auf. Was bleibt uns, außer gute Reise zu wünschen…
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
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