Immer mehr Cremes, Seren, Augenpads, Shampoos und Körperpflegeprodukte werben mit stärkerem Haarwachstum oder weniger ausgeprägten Augenringen – dank der Inhaltsstoffe Koffein und Guarana. Doch die tatsächliche Wirkung ist ernüchternd.
Der Verein für Konsumenteninformation hat 30 Produkte gemeinsam mit Studierenden der Fachhochschule Wiener Neustadt, Campus Tulln, untersucht. Das Ergebnis: Für Kunden ist oft kaum nachvollziehbar, wie natürlich die Produkte tatsächlich sind und wie hoch die Konzentration des Wirkstoffs ist.
Viele Produkte, die als natürlich oder naturverbunden beworben werden, enthalten sogar umweltkritische oder gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe.
Wirkung von Koffein dämpft Erwartungen
Zwar lassen sich durchblutungsfördernde, antioxidative und fettabbauende Eigenschaften von Koffein in Laborversuchen nachweisen. Ob diese Effekte in fertigen Kosmetikprodukten unter realen Anwendungsbedingungen tatsächlich in gleichem Ausmaß eintreten, ist jedoch oft unklar.
„Viele Werbeaussagen zu Anti-Aging-Effekten, Haarwachstum oder Cellulite-Reduktion stützen sich auf eine begrenzte oder uneinheitliche Studienlage“, so Kosmetik- und Chemie-Expertin Birgit Schiller.
Auffällige Werbeaussagen
Mehrere Produkte fielen durch fragwürdige Werbebotschaften oder unzureichende Informationen auf. So werden teilweise hohe Koffeinkonzentrationen beworben, ohne den tatsächlichen Gehalt klar offenzulegen. In einigen Fällen konnten Hersteller auf Nachfrage keine nachvollziehbaren Angaben zur enthaltenen Koffeinmenge machen.
Koffein kann kosmetische Effekte unterstützen, stellt jedoch kein Wundermittel dar.
Birgit Schiller
Forderung nach mehr Transparenz
Natürlichkeit ist kein Qualitätsnachweis. Auch Produkte, die mit Kaffee, Koffein oder Naturkosmetik werben, können problematische Inhaltsstoffe enthalten oder Wirkungen versprechen, die wissenschaftlich nur eingeschränkt belegt sind. „Konsumenten sollten sich nicht von klingenden Werbebotschaften blenden lassen. Entscheidend ist, was tatsächlich im Produkt enthalten ist und wie transparent Hersteller darüber informieren“, betont Schiller. „Wünschenswert wären eine klare Kennzeichnung von Wirkstoffkonzentrationen, höhere Standards für als natürlich beworbene Produkte und ein stärkerer Fokus auf Umwelt- und Gesundheitsschutz.“
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