Nach den Personal-Querelen rund um den unerwarteten Abgang von Markus Hinterhäuser und die Bestellung von Karin Bergmann als seine interimistische Nachfolgerin starten die Salzburger Festspiele am Freitag mit der Ouverture spirituelle und am Samstag mit dem „Jedermann“.
In den vergangenen Monaten haben die Salzburger Festspiele immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Durch den unerwarteten Abgang von Langzeit-Intendant Markus Hinterhäuser nach einem Disput im Kuratorium des Festivals, die Bestellung von Ex-Burgtheater-Chefin Karin Bergmann als interimistische Intendantin, zuletzt durch Ausschreibung von Präsidentschaft und Intendanz samt dazugehörigen Spekulationen.
Ab sofort soll sich der Charakter der medialen Aufmerksamkeit verändern und (wieder) die Kunst im Mittelpunkt stehen, denn ab morgen startet die diesjährige Ausgabe des Festivals – noch von Hinterhäuser konzipiert, nun von Bergmann umgesetzt.
„Schuld und Erbarmen“
Zum Auftakt gibt es Traditionelles: Die Ouverture spirituelle mit einer Woche geistlicher Musik unter der Devise „Schuld und Erbarmen“ eröffnet Dirigent Teodor Currentzis morgen in der Kollegienkirche. Am Samstag hat Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ auf dem Domplatz Premiere – sofern es nicht regnet. Im dritten Jahr der Inszenierung von Robert Carsen spielt erneut Philipp Hochmair den sterbenden reichen Mann, seine neue Buhlschaft ist Roxane Duran.
Das weitere Programm verspricht einen reichhaltigen Sommer mit spannenden Debüts und Wiederentdeckungen in der Oper, im Theater mit gleich zwei Uraufführungen heimischer Nobelpreisträger. Im Konzert geben sich die Stars der Klassik-Welt die Klinke in die Hand. Ob der Mastermind hinter all dem seine zwei Auftritte als Pianist absolvieren wird? Abgesagt hat Hinterhäuser die Konzerte mit Bariton Matthias Goerne und Pianist Igor Levit jedenfalls noch nicht.
Doch die neue Ära hat längst begonnen. Hinter den Kulissen feilt Interims-Intendantin Bergmann gerade an den letzten Details der Festspiele 2027 – vor allem im Schauspiel gab es da noch Lücken. Erst nach dem Sommer sollen die Weichen für die Zukunft des Festivals gestellt, Intendanz und Präsidium neu besetzt werden. Die personelle Gerüchteküche wird das nicht vom Brodeln abhalten.
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