Wegen Iran-Krieg

Über 23 Mio. zusätzliche Kinder von Armut bedroht

Ausland
16.07.2026 14:01
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Von krone.at

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die damit verbundenen Störungen der Schifffahrt haben laut UNICEF schwerwiegende und möglicherweise unumkehrbare Auswirkungen auf Kinder: Bis zum Ende des Jahres könnten bis zu 23,4 Millionen weitere Kinder in monetäre Armut abrutschen.

Die aktuelle Analyse des UNO-Kinderhilfswerks stützt sich auf Daten aus mehr als 167 Ländern. Der Report „The Impact of the Middle East War on Children in Monetarily Poor Households“ („Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf Kinder in einkommensarmen Haushalten“) zeigt auf, wie steigende Lebensmittel- und Energiepreise sowie umfassendere wirtschaftliche Schocks infolge der eskalierenden Feindseligkeiten – einschließlich Unterbrechungen im Zusammenhang mit der Schließung der Straße von Hormuz – die Kaufkraft von Haushalten verringern. Kinder in den ärmsten Haushalten seien davon überproportional betroffen.

„Kinder zahlen den Preis für die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten, auch Kinder weit über die Region hinaus“, sagte Catherine Russell, Exekutivdirektorin von UNICEF. „Je länger dies andauert, desto schwerwiegender werden die Folgen. Die schnell steigenden Lebenshaltungskosten machen Nahrung und Bildung für viele Familien unerschwinglich.“

Der Iran-Krieg hat auch verheerende Auswirkungen auf die Lebenssituation vieler Kinder in ...
Der Iran-Krieg hat auch verheerende Auswirkungen auf die Lebenssituation vieler Kinder in Afrika. Im Bild: Kinder bei der Arbeit in einer Lithium-Produktionsstätte in Nigeria.(Bild: APA/AFP)

Der Bericht untersucht zwei mögliche Szenarien: ein ungünstiges Szenario und ein schwerwiegendes Szenario. Das ungünstige Szenario geht von einem moderaten wirtschaftlichen Schock aus, der zusätzlich 18,3 Millionen Kinder in monetäre Armut treiben könnte. Das schwerwiegende Szenario nimmt stärkere und länger anhaltende Störungen von Preisen und wirtschaftlicher Aktivität an und prognostiziert, dass 23,4 Millionen weitere Kinder in monetäre Armut gedrängt werden könnten, falls der Krieg andauert.

Auswirkungen auf Länder wie Somalia, Äthiopien, Nigeria
Die größten Anteile des weltweiten Anstiegs der Armut entfallen auf Asien und Afrika, die zusammen rund 80 Prozent des gesamten Anstiegs ausmachen. So hatte die Krise im Nahen Osten beispielsweise in Somalia unmittelbare Folgen. Die Treibstoffpreise in Mogadischu haben sich innerhalb weniger Tage nach der Eskalation mehr als verdoppelt. Dadurch stiegen die Kosten für Lebensmittel, Wasser, Transport und humanitäre Hilfe in einem Land, das zugleich mit einer sich verschärfenden Mangelernährungskrise zu kämpfen hat.

(Bild: Tinnakorn - stock.adobe.com)

In Äthiopien haben Störungen im Zusammenhang mit der Straße von Hormuz zu höheren Treibstoffkosten geführt, die sich auf die Preise lebensnotwendiger Güter auswirken. Die Dieselpreise sind um 31 Prozent gestiegen, während die Kosten für Treibstoff im humanitären Einsatz um 50 bis 70 Prozent zunahmen. Dies erschwert die Versorgung schwer erreichbarer Gemeinschaften mit Hilfsgütern.

Nahrungsmittel-Kosten verschlingen mehr als Hälfte des Einkommens
Auch in Nigeria haben die wirtschaftlichen Schocks die Armut weiter verschärft. Haushalte mit niedrigem Einkommen geben zwischen 60 und 70 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel und Transport aus. Bereits geringfügige Preissteigerungen verringern daher ihre Kaufkraft erheblich. In Bangladesch setzt der steigende Preis von Grundnahrungsmitteln wie Reis, Linsen, Speiseöl, Gemüse, Fisch und Geflügel Familien zunehmend unter Druck. Schätzungsweise 1,2 Millionen weitere Menschen könnten dort in Armut geraten.

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