„Blader geworden“

Eklat um Marktamt-Chef: Jetzt wird ermittelt

Die pikante Mobbing-Affäre um einen Spitzenbeamten der Stadt erschüttert das Rathaus. Doch viele Fragen sind noch offen. Die Freiheitlichen fordern Aufklärung

Seit mittlerweile mehr als acht Jahren steht Andreas Kutheil an der Spitze des Wiener Marktamts und ist dort Chef von 220 Mitarbeitern. Gegen den 60-Jährigen gibt es schwere Sexismus-, Rassismus- und Mobbing-Vorwürfe. Erhoben werden sie von mehreren Mitarbeitern. In einem anonymen Schreiben, das auch der „Krone“ vorliegt, heißt es etwa, dass fremdenfeindliche Abwertungen dokumentiert sind oder Mitarbeiter durch Kutheil wegen ihres Körpers und ihres Gewichts beschämt wurden (siehe Faksimile). Auch homophobe Aussagen und frauenfeindliche Vorfälle soll es gegeben haben.

(Bild: Diverse Fotografen honorarfrei)

Was sagen die verantwortlichen Politiker dazu? „Die im Raum stehenden Vorwürfe werden sehr ernst genommen. Es handelt sich hierbei um ein sehr sensibles Thema, welches von den zuständigen Stellen derzeit intensiv geprüft wird“, so Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos). Sie ist erst seit Juni 2025 für die Märkte zuständig. Davor war es für viele Jahre SPÖ-Stadträtin Ulli Sima. Ihr Büro sagt, dass die MA 59 seit der vergangenen Wien-Wahl nicht mehr Teil der Geschäftsgruppe ist. Man sei somit nicht involviert. Personalangelegenheiten laufen über die Magistratsdirektion.

Gegen Marktamtdirektor Andreas Kutheil stehen schwere Vorwürfe im Raum.
Gegen Marktamtdirektor Andreas Kutheil stehen schwere Vorwürfe im Raum.(Bild: feel image - Fotografie)
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Die Unternehmenskultur der Stadt Wien setzt einen höflichen und wertschätzenden Umgang voraus. Dies gilt für alle Mitarbeiter, somit auch für Führungskräfte.

Magistratsdirektion Wien

„Angelegenheit muss aufgeklärt werden“
Dort hält man sich bedeckt: „Zu Einzelpersonalangelegenheiten kann aus Datenschutzgründen keine Auskunft gegeben werden.“ Aktuell prüft die Interne Revision der Magistratsdirektion alle Hinweise, sollten diese sich bestätigen, „werden selbstverständlich entsprechende Maßnahmen gesetzt.“ Die Prüfung begann umgehend nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Wie lange die Erhebungen dauern, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gesagt werden.

Die Blauen bringen die pikante Causa jetzt in den Gemeinderat und wollen eine Anfrage einbringen. „Die Angelegenheit muss lückenlos aufgeklärt werden!“, sagt FPÖ Wien-Chef Dominik Nepp. Er fordert jetzt die sofortige Dienstfreistellung von Kutheil bis zur Klärung des Sachverhalts. Für Andreas Kutheil gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

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