Trotz Volksbegehren

Land hält an den Spitalsplänen eisern fest

Politik
14.07.2026 17:11
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Wie zu erwarten war, hält die Vorarlberger Landesregierung trotz eines Volksbegehrens an der geplanten Strukturreform für die Gesundheitsversorgung im Unterland fest. Was auch bedeutet: Geburtshilfe und Frauenheilkunde wandern vom Krankenhaus Dornbirn ans Landeskrankenhaus Bregenz.

17.605 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger hatten sich im Zuge eines Volksbegehrens gegen die Verlegung der Geburtenstation von Dornbirn nach Bregenz ausgesprochen – also weit mehr als die 5000 Unterstützungserklärungen, die notwendig gewesen wären, damit sich die Landesregierung noch einmal mit der Causa beschäftigt. Das gesetzlich vorgeschriebene Protokoll haben Schwarz-Blau nun im Eilverfahren abgewickelt: Am Freitag sind die Antragstellenden angehört worden, an dem Termin nahmen Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), Landesstatthalter Christof Bitschi (FPÖ), Landesrätin Martina Rüscher (ÖVP) und Landesrat Markus Klien (FPÖ) teil.

Je mehr Fälle, desto höher die Qualität
Und bereits am Dienstag hat sich die Landesregierung, so wie gesetzlich vorgeschrieben, noch einmal mit dem Thema befasst – und ist zum Schluss gekommen, dass man an den Plänen ohne Wenn und Aber festhalten will. Begründet wurde die Bündelung mit den bekannten medizinischen und organisatorischen Argumenten: Gerade in der Geburtshilfe seien ausreichende Fallzahlen, spezialisierte Teams und eine stabile personelle Besetzung entscheidend. Durch die Zusammenführung von Geburtshilfe, Kinderheilkunde und neonatologischer Versorgung an einem Standort könne die Zusammenarbeit verbessert werden, was insbesondere im Falle von Risikogeburten und bei medizinischen Komplikationen für die Patientinnen von Vorteil sei.

Auch die 24-Stunden-Verfügbarkeit von Spezialistinnen und Spezialisten sei laut Landesregierung nur an größeren Standorten dauerhaft sicherzustellen. Zertifizierungen etwa für Brustzentren, gynäkologische Krebszentren oder Beckenbodenzentren erforderten zudem Mindestfallzahlen – durch die Zusammenlegung seien diese garantiert. 

Ausbau des LKH Feldkirch geht vor
Als weiteren Grund für die „Zwangsfusion“ nennt die Landesregierung die langfristige Investitionsplanung der Vorarlberger Spitäler. Während die Krankenhäuser in Bregenz und Hohenems bereits umfassend saniert worden seien, stehe in Dornbirn eine größere Investition (Bettentrakt) noch bevor. Vorrang habe derzeit jedoch der weitere Ausbau des LKH Feldkirch zum Schwerpunktkrankenhaus des Landes. Erst danach könnten im Unterland wieder größere bauliche Investitionen umgesetzt werden. Die nun geplanten Bündelungen seien daher ein „wichtiger und vorausschauender Schritt“, um die Gesundheitsversorgung für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre abzusichern.

Dennoch bleibe das Krankenhaus Dornbirn auch in Zukunft ein zentraler Bestandteil der Vorarlberger Spitalslandschaft, versichert das Land.

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