Weckruf

Wirtschaftstreibende fordern echte Bildungsreform

Vorarlberg
13.07.2026 14:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Während mit den Sommerferien für zahlreiche Familien die logistische Herausforderung beginnt, Beruf und Ferienbetreuung unter einen Hut zu bringen, zieht die Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) eine alarmierende Bilanz: Angesichts eklatanter Defizite bei Schulabgängern fordert die Institution sofortige Reformen.

Aktuelle Kompetenztestungen untermauern ein Phänomen, das Ausbilder in Vorarlberger Unternehmen bereits seit Jahren mit wachsender Sorge beobachten: Immer mehr Jugendliche starten mit massiven Defiziten in den zentralen Basiskompetenzen ins Berufsleben. Schwächen beim Lesen, Schreiben und fehlerfreien Rechnen sind längst keine bedauerlichen Einzelfälle mehr. Sie entwickeln sich nach Ansicht von Branchenexperten zunehmend zu einem strukturellen und ernsthaften Wettbewerbsnachteil für den gesamten Wirtschaftsstandort. Wenn die Grundlagen fehlen, gerät der nachgelagerte Ausbildungsmotor ins Stocken.

Ganztagsschulen als Schlüssel
Als wirksamen Hebel gegen diesen Negativtrend sieht Gudrun Petz-Bechter, Leiterin der bildungspolitischen Abteilung und stellvertretende Direktorin der Wirtschaftskammer Vorarlberg, den flächendeckenden Ausbau qualitativ hochwertiger ganztägiger Schulformen. Diese Modelle böten nicht nur mehr wertvolle Zeit für individuelles Lernen und eine gezielte Förderung, sondern würden auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidend erleichtern. Damit seien sie sowohl bildungspolitisch sinnvoll als auch ein harter Standortfaktor für die Wirtschaft.

Lehrkräfte im Fokus
 Ein Erfolg dieses Modells hänge jedoch von weitaus mehr ab als nur von zusätzlichen Betreuungsplätzen oder neuen Gebäuden. „Es braucht vor allem eines: die Unterstützung und das Engagement jener Menschen, die dieses System Tag für Tag mit Leben füllen – unserer Lehrerinnen und Lehrer“, betont Petz-Bechter. Damit Pädagogen ihrem Bildungsauftrag gerecht werden können, fordert die WKV verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichende Unterstützung und ein System, das stärkt statt zusätzlich belastet.

Die Wirtschaftskammer sieht die Politik nun in der Pflicht, die Sommerpause effektiv zu nutzen. Den Schulen müsse wieder mehr Handlungsspielraum zugestanden werden, während der Fokus konsequent auf die Vermittlung der Basiskompetenzen zu richten sei. Denn die Investition in Bildung entscheide letztlich über die Fachkräfte von morgen und sichere damit die Zukunft des Standortes.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

16° / 29°
Symbol wolkig
16° / 32°
Symbol wolkig
17° / 32°
Symbol wolkig
15° / 32°
Symbol wolkig
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung