Ein Baby – gerade einmal drei Monate alt – soll zum Opfer seines eigenen Stiefvaters (22) geworden sein. Glaubt man der Anklage der Staatsanwaltschaft Wels (OÖ), soll der junge Mann das Kind seiner damaligen Lebensgefährtin durch heftiges Schütteln und stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf schwer verletzt haben.
Tatsache ist, dass das Baby ein Schütteltrauma mit Hirn- und Netzhautblutungen sowie einen Schädeldachbruch erlitt. Das Kind trägt schwere Dauerfolgen davon. Die folgenschwere Tat soll sich am 16. März dieses Jahres im Bezirk Vöcklabruck zugetragen haben. Am Montag musste sich der mutmaßliche Täter im Landesgericht Wels einem Schöffensenat stellen. Der 22-Jährige wies aber alle Vorwürfe von sich.
War schnell überfordert
Er soll bei der Betreuung des Babys geholfen haben – allerdings sei er schnell überfordert gewesen, wenn das Kind nicht aufgehört habe zu schreien. Die Verletzungen seien auf eine Weise zugefügt worden, die mit Lebensgefahr verbunden sei, befand das Gericht. Das Urteil: zwei Jahre Haft wegen schwerer Körperverletzung, acht Monate davon unbedingt. Weder der Angeklagte noch die Staatsanwaltschaft gaben eine Erklärung ab. Das Urteil ist daher auch noch nicht rechtskräftig.
Besonders tragisch: Schon am Donnerstag wird – auch in Wels – ein ganz ähnlich gelagerter Fall verhandelt werden. Da muss sich ein 29-Jähriger verantworten, der ebenfalls ein Baby durch heftiges Schütteln und starke Gewalt gegen den Kopf schwer verletzt haben soll.
Belastendes Gutachten
Auch dieses Baby erlitt ein Schütteltrauma und schwere Kopfverletzung. Und auch dieser Beschuldigte wies im Vorhinein jede Absicht von sich. Er meinte, mit dem Baby in der Hand gestürzt zu sein. Ein Gutachten habe diese Darstellung allerdings eindeutig widerlegt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte. Dem Beschuldigten drohen bei Schuldspruch zwei bis 15 Jahre Haft.
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