„Grenzen verschwimmen“

Islamisten verüben die meisten Anschläge in der EU

Ausland
14.07.2026 08:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Islamistische Terroristen haben im vergangenen Jahr die meisten Anschläge in der EU verübt. Das geht aus dem Terrorismusbericht der Polizeibehörde Europol hervor. Demnach wurden 24 Anschläge oder versuchte Anschläge dem dschihadistischen Spektrum zugeordnet. Insgesamt wurden 45 registriert.

Allerdings verschwimmen laut dem Bericht die Grenzen zwischen etablierten terroristischen Ideologien zunehmend. So gehe eine wachsende Bedrohung von Täterinnen und Tätern aus, die sich online in einem Mix aus verschiedenen extremistischen Überzeugungen, Verschwörungserzählungen und Desinformation radikalisierten. Europol spricht von einem „nihilistischen gewalttätigen Extremismus“, bei dem die Gewalt zum Selbstzweck werde und klare ideologische Ziele fehlten.

Als Beispiel wird der sogenannte „weiße Dschihad“ genannt, der rechtsextreme und dschihadistische Ideen verbindet. Künstliche Intelligenz (KI) werde dabei missbraucht, um über Chatbots und andere Anwendungen Propaganda zu erstellen und zu verbreiten. Zudem würden spielerische Elemente („Gamification“) genutzt, um die Hemmschwelle für Gewalt zu senken.

„Täter agieren isoliert, vernetzen sich aber“
Diese Personen radikalisieren sich laut der Polizeibehörde oft als Einzeltäterinnen und Einzeltäter. „Täter agieren isoliert, vernetzen sich aber in globalen, verschlüsselten Räumen“, sagte der Präsident der europäischen Polizeigewerkschaften, Jochen Kopelke. Die größte Herausforderung sei „nicht mehr nur der klassische Terrorismus“. Das erfordere neue Technologien und eine Anpassung der rechtlichen Bedingungen, um über Grenzen hinweg ermitteln zu können.

Insgesamt wurden bei 22 vollendeten Anschlägen im Vorjahr sechs Menschen getötet. Fünf davon gingen auf das Konto dschihadistischer Täter. Eine Person wurde bei einem rechtsextremen Anschlag getötet. Zwölf Anschläge wurden dem linksextremen Spektrum zugeordnet, diese richteten sich jedoch vor allem gegen Gebäude oder Fahrzeuge und forderten keine Opfer. 486 Menschen wurden im Zusammenhang mit Terrorismus festgenommen, auch hier entfiel die Mehrheit auf den Bereich des Dschihadismus (347).

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