Argentinische Veteranen des Falklandkrieges haben sich vor dem hochbrisanten WM-Halbfinale gegen England zu Wort gemeldet. „Sport ist kein Krieg: Das Halbfinalspiel ist ein Sportereignis von weltweiter Tragweite, keine bewaffnete Revanche und keine historische Kompensation“, hieß es in einem Brief des Verbandes der Kriegsveteranen „2. April“ vor dem Spiel des Titelverteidigers aus Südamerika gegen das Fußball-Mutterland an diesem Mittwoch.
Am 2. April 1982 hatte der Krieg um die Falklandinseln, die im argentinischen Sprachgebrauch nur als Malvinas bezeichnet werden, mit der Besetzung durch argentinische Soldaten begonnen. Gut 900 Soldaten hatten in der militärischen Auseinandersetzung über 74 Tage ihr Leben gelassen, fast zwei Drittel davon waren Argentinier gewesen.
Die Inselgruppe im südlichen Atlantik steht seit 1833 unter britischer Kontrolle und ist heute britsches Überseegebiet. Argentinien begründet seinen Anspruch aber mit der Rechtsnachfolge eines früheren spanischen Kolonialreiches.
Argentinien beharrt weiter auf seinem Anspruch
Souveränität werde auf internationalen Foren verteidigt – mit Diplomatie, historischer Wahrheit und dem friedlichen und unverzichtbaren Anspruch, den die Verfassung vorschreibe, hieß es weiter in dem Schreiben der Kriegsveteranen, aus dem argentinische Medien berichteten. Nach der Kapitulation der Argentinier nahmen beide Länder erst sieben Jahre später wieder diplomatische Beziehungen auf, gelöst ist der Souveränitätsstreit jedoch bis heute nicht. Großbritannien lehnt jede Verhandlung darüber ab, Argentinien beharrt auf seinem Anspruch auf die Malvinas.
Das machten auch die Kriegsveteranen deutlich: „Möge der Fußball eine Brücke sein, um die Malvinas-Frage zu thematisieren und die Welt daran zu erinnern, dass unser Anspruch nach wie vor aktueller denn je ist.“ Argentiniens Teamchef Lionel Scaloni hatte bereits betont: „Meine Botschaft: Es ist ein Fußballspiel, nichts anderes.“
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