Ideen willkommen

NÖ: Abriss von Retro-Bahnhof wird wohl verschoben

Niederösterreich
14.07.2026 09:00

Die ÖBB möchten ein altes Bahnhofsgebäude in Purkersdorf zum Busumkehrplatz machen. Nun wird der Abrisstermin vielleicht verschoben, und man sucht Ideen für die Zwischennutzung.

Ohne die Dampflokomotive wäre Purkersdorf wohl nie zu jenem schönen, erholsamen Ort vor den Toren Wiens geworden. Ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Purkersdorf im Bezirk St. Pölten wurde zur Zeit von Kaiserin „Sissi“ an die Eisenbahn angeschlossen. Das kleine, praktische Bahnhofsgebäude im Ortsteil Unterpurkersdorf steht sogar heute noch, fast 170 Jahre später.

Was die Kaiserin in den 1850er-Jahren nicht ahnen konnte: Im Jahr 2026 kämpft eine Bürgerinitiative für den Erhalt des Gebäudes. Mittlerweile im Besitz der ÖBB ist eigentlich seit 2021 der Abriss geplant.

Das historische Bahnhofsgebäude Unterpurkersdorf wurde zu Kaiserszeiten errichtet. Die ÖBB ...
Das historische Bahnhofsgebäude Unterpurkersdorf wurde zu Kaiserszeiten errichtet. Die ÖBB möchte es abreißen und als Umkehrplatz für Busse nutzen.(Bild: Gemeinde Purkersdorf)

Wenn nicht die Bürger so sehr an dem Gebäude hängen würden: Bis Ende 2028 könnte der Erhalt jetzt doch gesichert sein. Die Initiative „TRAINsition“ hat in Gesprächen mit den ÖBB jedenfalls ein Konzept erarbeitet. „Gibt es eine geeignete Zwischenlösung, wird der Abriss verschoben“, bestätigt ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Eine endgültige Absage für den Abriss gibt es aber nicht. Daher sucht die Initiative jetzt eifrig nach einer Idee, wie das Gebäude in den zwei Jahren bis zum Abriss genutzt werden kann.

Infoveranstaltung

Am Dienstag, 14. Juli, um 19 Uhr informiert die Initiative über die Zwischennutzung. Anmelden kann man sich unter trainsition.at

Projektideen sind willkommen
Bei den ÖBB sei man für Projekte, die die Stadtgemeinschaft stärken, offen. „Wir haben die Chance, einen lebendigen Knotenpunkt für Kultur und ein generationsübergreifendes Miteinander zu schaffen“, schwärmt TRAINsition-Sprecherin Katy Shields. Auch die frisch gebackene Bürgermeisterin Jasmin Klemmer-Schlögl sagt: „Ich persönlich würde das unterstützen. Wir müssen das aber im Gemeinderat beschließen.“ Bis Ende 2028 könnte eine gefundene „Zwischenlösung“ das Gebäude noch mit Leben füllen. Danach sind es nur noch die Gleise, die in Unterpurkersdorf an den Anschluss an die „große weite Welt“ erinnern.

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