Lage im Burgenland

Arbeitslosigkeit: „Rückgang erst 2027 möglich“

Burgenland
13.07.2026 17:00

Nur langsam erfolgt die wirtschaftliche Erholung nach der Rezession. Die Aussichten am burgenländischen Arbeitsmarkt bleiben damit vorerst bescheiden.

Ende Juni waren im Burgenland 7676 Personen als arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von 2,9 Prozent. Für AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl kommt diese Entwicklung nicht überraschend: „Geopolitische Unsicherheiten, wie der Iran-Krieg, die Energiepreise oder handelspolitische Spannungen, bleiben ein wesentliches Risiko für die Konjunktur.“ Positiv sei, dass die Inflation von ihrem Höchststand bereits stark gesunken ist und noch weiter zurückgehen könnte.

Burgenlands AMS-Chefin Helene Sengstbratl hofft, dass die Konjunktur bald wieder deutlich nach ...
Burgenlands AMS-Chefin Helene Sengstbratl hofft, dass die Konjunktur bald wieder deutlich nach oben geht.(Bild: Andi Bruckner)

Unterschiedliche Entwicklung in Bezirken
Deutlich gestiegen ist im Juni die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit 9,2 Prozent. Erfreulich ist die Entwicklung bei den Jugendlichen unter 25 Jahren. Hier sank die Arbeitslosigkeit um 7,7 Prozent. Unterschiedlich ist die Entwicklung auch in den Bezirken: In Oberwart (-1,7 Prozent) und Mattersburg (-1,5 Prozent) sank die Arbeitslosigkeit, die stärksten Anstiege gab es in den Arbeitsmarktregionen Eisenstadt (+10,6 Prozent) und Stegersbach/Jennersdorf (+8,0 Prozent).

„Die Arbeitslosigkeit wird auf einem hohen Niveau bleiben. Ein Rückgang ist erst für 2027 zu erwarten“, meint Sengstbratl. Bis dahin werde die Beschäftigung leicht ansteigen, vor allem durch Zuwächse in Branchen, die weniger stark auf konjunkturelle Impulse reagieren, wie etwa das Gesundheits- und Sozialwesen.

Beschäftigungsmaßnahmen für Ältere
Das AMS Burgenland hat sich für heuer ebenfalls noch einiges vorgenommen. So werden die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie Qualifizierungen, Kurse und Schulungen, genau unter die Lupe genommen und auf ihren Erfolg hin überprüft. Forciert werden zudem Beschäftigungsmaßnahmen für ältere Personen, wie die „Aktion 55+“ im Bezirk Oberwart. Ein Thema ist auch die Digitalisierung, von der Mitarbeiter und Kunden profitieren sollen. „Am wichtigsten ist aber, dass die Konjunktur bald wieder deutlich nach oben geht“, so die AMS-Landesgeschäftsführerin.

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