„Krone“-Kommentar

Jetzt herrscht echter „Krieg“

Kolumnen
14.07.2026 05:00

Auch wenn es im privaten Kreis längst niemanden mehr kümmert: Es ist in Russland verboten, den Krieg in der Ukraine als solchen zu bezeichnen – offiziell handelt es sich um eine „militärische Spezialoperation“. Wer dennoch öffentlich von Krieg spricht, kann für Jahre im Gefängnis landen.

Das entsprechende Gesetz gibt es immer noch, trotzdem hat sich in den vergangenen Tagen Gravierendes geändert: Erst war es Kreml-Chef Putin selbst, der von einem echten „Krieg“ in der Ukraine sprach, wenig später tat dies auch Kreml-Sprecher Peskow.

Man sollte das nicht als Lappalie abtun, meint Oberst Markus Reisner von der Militärakademie in Wiener Neustadt. Der Hintergrund sei durchaus ernst und wohl als Warnung gedacht.

Denn die russische Verteidigungsdoktrin kennt den lokalen, den regionalen, den großen und den globalen Krieg. Spätestens beim Übergang vom regionalen zum großen Krieg, anderen Einschätzungen zufolge aber auch schon beim Übergang vom lokalen zum regionalen Krieg kann es zum Einsatz von Atomwaffen kommen – zumindest von taktischen Kernwaffen mit geringerer Reichweite und Sprengkraft, die auf dem Gefechtsfeld gezündet werden.

Man kann diese indirekte Drohung als reinen Bluff abtun. Die Amerikaner nehmen Drohungen aus Moskau allerdings immer schon sehr ernst.

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