Pietätloses Verhalten

Aufregung um Schutthaufen neben Gedenkstätte

Niederösterreich
14.07.2026 05:00

Als pietätlos schimpft ein Nachbar die Schuttablagerung auf einem Grundstück in Breitenstein, das eigentlich als Gedenkort für die ehemaligen Besitzer dienen sollte. Die Bürgermeisterin spricht von einer wichtigen, temporären Baustelle und verspricht, den Schutt so schnell wie möglich zu entfernen.

Die Gedenkstätte für die Familie Wachtl in Breitenstein, Bezirk Neunkirchen, sorgt erneut für Aufregung. Ein Nachbar erhebt jetzt Vorwürfe gegen die Gemeinde: Rund um den Gedenkstein seien im Zuge von Bauarbeiten Erdhaufen aufgeschüttet worden, schwere Kettenfahrzeuge hätten den Boden zerfurcht. Für ihn sei das ein pietätloser Umgang mit einem Ort des Gedenkens – zumal für das Areal ein behördliches Ablagerungsverbot bestehen soll.

Grabungsarbeiten wegen der Verlegung von Glasfaserkabeln sind der Grund für die temporäre ...
Grabungsarbeiten wegen der Verlegung von Glasfaserkabeln sind der Grund für die temporäre Ablagerung von Bauschutt.(Bild: ZVG Privat)

Erst durch Mediationsverfahren kam der Gedenkstein
Der Erinnerungsort hat eine lange und bewegte Vorgeschichte. Die Familie Wachtl wurde während der NS-Zeit bis auf zwei Angehörige ausgelöscht. Um das Grundstück, auf dem sich einst die Villa der Familie befand, entbrannte später ein jahrelanger Streit. Die Gemeinde wurde damals von den Erben beschuldigt, das Grundstück unter falschen Voraussetzungen erworben zu haben. Nach einem von Landeshauptmann Erwin Pröll initiierten Mediationsverfahren konnte schließlich 2016 die Errichtung eines Gedenksteins erreicht werden. Auch die „Krone“ berichtete damals mehrfach über den Fall.

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Die auf den Fotos dokumentierten Aufschüttungen und der Einsatz von schweren Kettenfahrzeugen sind das Resultat einer unumgänglichen, temporären Baustelle.

Andrea Koger, Bürgermeisterin von Breitenstein

Bürgermeisterin verspricht baldige Räumung
Die Gemeinde Breitenstein weist die aktuellen Vorwürfe entschieden zurück. Bürgermeisterin Andrea Koger betont, dass die Beeinträchtigungen ausschließlich auf den laufenden Glasfaserausbau zurückzuführen seien.  Bereits in den kommenden Tagen werde die Baustelle geräumt, der Boden fachgerecht saniert und neu begrünt.

Die Würde der Gedenkstätte werde dadurch nicht dauerhaft beeinträchtigt, verspricht die Bürgermeisterin. 

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