Die Trockenheit in Österreich ist mittlerweile ein massives Problem, wie GeoSphere Austria in einer Aussendung mitteilte. In einzelnen Landesteilen sei es seit 1885 nicht mehr so trocken gewesen wie heute. Darunter sind beispielsweise das Wiener Becken, das Innviertel (OÖ), das Wald- und Weinviertel (NÖ) und Teile des Burgenlands.
„Derart niederschlagsarm war es im Flächenmittel in diesen Teilen des Bundesgebietes seit dem Jahr 1885 nicht mehr, wo ebenfalls um rund 35 Prozent weniger Niederschlag fiel“, sagte Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. In Wien, im Weinviertel und in Teilen des Burgenlandes liegt der Index der klimatischen Wasserbilanz (ein Maß für die Differenz aus Niederschlag und Verdunstung, Anm.) der vergangenen 30 Tage bei unter minus 2,5 in Wien, im Wiener Becken und Marchfeld sogar unter minus drei. Ähnlich ist die Situation auch im Walgau und Montafon in Vorarlberg.
Im Juni waren die Orte Hohenau an der March (NÖ), Kremsmünster (OÖ), Ried im Innkreis (OÖ) und Salzburg-Flughafen besonders trocken. Zwischen 1. Jänner und 30. Juni 2026 fiel österreichweit um 27 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Das alleine ist laut GeoSphere Austria aber nicht außergewöhnlich. „Niederschlagsarme Verhältnisse in den ersten sechs Monaten eines Jahres treten in Österreich immer wieder auf. So war es im Jahr 2003 und 1993 mit Defiziten von 30 beziehungsweise 29 Prozent sogar noch etwas niederschlagsärmer als im heurigen ersten Halbjahr“, sagte Orlik.
In diesem Jahr hat es nur im Februar mehr geregnet und geschneit als sonst:
So viel Niederschlag fehlt
Problematisch ist laut dem Klimatologen die besondere Trockenheit in einzelnen Landesteilen. Die Niederschlagsdefizite seien im ersten Halbjahr 2026 zwischen 30 und 40 Prozent gelegen, im Osten sogar bei bis zu 50. „Um den seit Jahresbeginn in Österreich fehlenden Niederschlag auszugleichen, müsste es in den kommenden Wochen im Flächenmittel rund 160 Liter pro Quadratmeter zusätzlich regnen. Es fehlt also der Niederschlag von einem gesamten und einem weiteren Drittel eines Sommermonats“, erläuterte Orlik.
Laut der Prognose von GeoSphere Austria wird es vor allem im Osten Österreichs in den kommenden Tagen trocken bleiben. Im Westen, in Kärnten und in der Steiermark würde es zwar Gewitter geben, aber keine ausgiebigen, flächendeckenden Regenfälle.
74 Prozent besorgt
Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Integral sind 74 Prozent der Befragten über die aktuelle Trockenheit in Österreich besorgt. Ebenso viele der 1000 Befragten erwarten, dass Extremwetterereignisse künftig ihren Alltag beeinträchtigen werden. Und sechs von zehn Personen sehen Österreich schlecht auf Klimaveränderungen vorbereitet. In größeren Städten, besonders in Wien, wo die Hitze am stärksten zu spüren ist, bewerten die Menschen die Situation deutlich kritischer als in kleineren Gemeinden, hieß es.
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