Seit der Einführung von EU-Zöllen auf Elektroautos aus China produzieren westliche Hersteller ihre Autos wieder verstärkt in Europa. Das geht aus einer Untersuchung des europäischen Verkehrsverbands T&E hervor. Die betrachteten Marken sind BMW, Dacia, Volvo, Smart und Tesla.
Demnach sank der Anteil von Batteriefahrzeugen, die in China hergestellt wurden, am gesamten E-Auto-Absatz von 38 auf 23 Prozent (zwischen 2024 und dem ersten Quartal 2026). Gleichzeitig stieg die Produktion reiner Elektroautos innerhalb Deutschlands im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 1,22 Millionen Fahrzeuge. Ob das an der Verlagerung von Kapazitäten aus China liegt, geht aus den Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) aber nicht hervor.
Laut T&E konnten die Zölle die Einfuhr von E-Autos chinesischer Hersteller hingegen kaum eindämmen. So hätten BYD und Geely ihre Importe nach Europa seit 2024 deutlich steigern können. Die Studie führt das vor allem auf die hohe Überproduktion der Unternehmen in China zurück. Eine Ausnahme ist die Firma Saic, deren Absatzzahlen stark zurückgegangen sind. Das liege daran, dass für Elektroautos von Saic fast doppelt so hohe Zölle anfallen wie für Fahrzeuge von BYD oder Geely, heißt es. Der Hintergrund ist, dass die EU in einer Untersuchung zu dem Schluss kam, dass Saic mehr von staatlichen Subventionen profitiere als die Mitbewerber.
Auch chinesische Hersteller verlagerten laut dem Verkehrsverband einen größeren Teil ihrer E-Auto-Produktion nach Europa. Seit der EU-Untersuchung zu den Subventionen 2024 seien zehn geplante Produktionsstätten auf dem Kontinent bekannt geworden, hieß es. Zudem setzten die chinesischen Hersteller bei den Exporten aus China vermehrt auf Plug-in-Hybride (PHEV). „Chinesische Marken halten nun einen Anteil von 13 Prozent am PHEV-Markt der EU, gegenüber drei Prozent im Jahr 2024“, teilte T&E mit. Ein Plug-in-Hybrid ist ein Kraftfahrzeug mit Hybridantrieb, dessen Batterie sowohl über einen Verbrennungsmotor als auch über einen Stecker am Stromnetz aufgeladen werden kann.
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