Die 76,5 Meter große Jacht Boardwalk des US-Botschafters in Italien, Tilman Fertitta, eines engen Vertrauten von US-Präsident Donald Trump, sorgt in Rom für politische Debatten. Denn für die Sicherheit des Luxus-Schiffes sind teure Marineeinsätze nötig.
Die linksgrüne Partei AVS (Alleanza Verdi e Sinistra) hat eine parlamentarische Anfrage an die Regierung eingebracht, um zu klären, wer den umfangreichen Sicherheitseinsatz für die Fahrten der Luxusjacht entlang der italienischen Küste finanziert.
Der Großunternehmer Fertitta bereist derzeit im Rahmen der Initiative „Coastal Diplomacy Italy“ die italienische Küste. Die am 13. Juni gestartete Reise soll anlässlich des 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeit die Beziehungen zwischen den USA und Italien stärken. Geplant sind Besuche in insgesamt 13 Regionen mit Treffen mit Lokalpolitikern, Unternehmern und Vertretern des Militärs. Der in Texas geborene Unternehmer mit sizilianischen Wurzeln ist Gastronomie-Milliardär, Eigentümer des Basketballteams Houston Rockets und besitzt mehrere Luxusjachten.
US-Botschafter bereist mehrere Regionen Italiens
Nach Angaben des AVS-Vorsitzenden Angelo Bonelli wird die 117 Meter lange und auf rund 450 Millionen US-Dollar geschätzte Jacht auf ihrer Route unter anderem von Civitavecchia bei Rom über Neapel, Vibo Marina, Palermo, Cefalù, Gallipoli und Bari bis nach Venedig, Triest, Genua und Sardinien von Einheiten der Finanzpolizei, der Küstenwache, Hubschraubern sowie weiteren italienischen Sicherheitskräften begleitet. Der Grünen-Politiker spricht von einem „umfangreichen Sicherheits- und Polizeieinsatz“ und verweist darauf, dass Fertitta als US-Botschafter der höchsten italienischen Schutzstufe unterliegt. Diese werde von einer Spezialeinheit des Personenschutzes in Rom gewährleistet.
In seiner Anfrage will Bonelli unter anderem wissen, warum die Fahrten der privaten Megajacht eines US-Botschafters mit italienischen Luft- und Seestreitkräften abgesichert werden, weshalb keine amerikanischen Sicherheitskräfte eingesetzt werden, wie viele Einsatzkräfte dadurch anderen Aufgaben entzogen werden und welche Kosten den italienischen Steuerzahlern entstehen. Besonders kritisch sieht Bonelli den für den 18. Juli geplanten Besuch Fertittas in Venedig während des traditionsreichen Redentore-Festes mit seinem spektakulären Feuerwerk. Die Einzelheiten des Aufenthalts werden aus Sicherheitsgründen bisher geheim gehalten.
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