„Ging 5000 Mal vorbei“

Versteckter Königsschatz in Litauen wiedergefunden

Wissen
13.07.2026 10:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Spektakulärer Fund in Litauen: Fast 90 Jahre nachdem sie zu Beginn des Zweiten Weltkrieg versteckt wurden, sind die verschollenen königlichen Insignien wiedergefunden worden. Die kostbaren Grabbeigaben wurden in der Krypta der Kathedrale von Vilnius entdeckt.

Lange galten die Relikte als verschollen. Ursprünglich waren sie 1931 nach einem Hochwasser in den unterirdischen Grabkammern entdeckt und danach ausgestellt worden. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurden die Insignien erneut versteckt, um sie vor Zerstörung und Plünderung zu bewahren.

Seit Jahrzehnten gesucht
Seit der wiedererlangten Unabhängigkeit Litauens wurden wiederholt vergebliche Versuche unternommen, um sie wiederzufinden. Viele Theorien und Spekulationen rankten sich um das Schicksal der Kostbarkeiten aus dem 16. Jahrhundert. Ende 2024 wurden litauische Fachleute dann mithilfe von endoskopischen Kameras fündig – hinter einer zugemauerten Treppennische im für Führungen zugänglichen Bereich einer Krypta.

In Zeitungen eingewickelt
Eingewickelt in Zeitungen aus dem Jahr 1939, waren die Grabkronen und Insignien der litauisch-polnischen und österreichischen Herrscher versteckt. Auch persönlicher Schmuck, etwa goldene Ringe mit seltenen Edelsteinen, fand sich dort.

Alina Pavasaryte in der Gruft der Kathedrale von Vilnius
Alina Pavasaryte in der Gruft der Kathedrale von Vilnius(Bild: Gediminas Treciokas)

„Bin 5000 Mal vorbeigegangen“
„Ich arbeite hier schon lange, seit über zehn Jahren. Und ich bin bestimmt 5000 Mal an diesem Versteck vorbeigegangen. Aber ich hätte dort nicht einmal angehalten und gesucht, weil sich nichts in diesem Korridor befand“, sagte Alina Pavasaryte von der Museumsverwaltung bei einem Rundgang durch die Krypten. „Sie waren wirklich gut versteckt“.

Jetzt öffentlich zu sehen
„Die wiederentdeckten Artefakte sind von unschätzbarem Wert“, betonte die Kunsthistorikerin Giedre Mickunaite der Deutschen Presse-Agentur in Vilnius. Sie ist die Kuratorin der neu eröffneten Ausstellung „Hidden Within“ im Museum des kirchlichen Erbes, in der die kostbaren Relikte bis zum 30. Jänner 2027 der Öffentlichkeit präsentiert werden. Zu den Hauptexponaten zählen Grabkronen und Insignien von König Alexander Jagiellon (1461-1506) und den beiden Königinnen Elisabeth von Habsburg (1526-1545) und Barbara Radziwiłł (1522-1551), deren Gruften sich in den Gewölben unter der Kathedrale befinden.

Mächtige Herrscher in Europa
Die Jagiellonen und die Habsburger zählten einst zu den mächtigsten Herrscherfamilien Europas. Die Österreicherin Elisabeth von Habsburg war die erste Frau des polnisch-litauischen Regenten Sigismund II. August vom Geschlecht der Jagiellonen, das die Könige von Polen und die Großfürsten von Litauen stellte. Die beiden Länder bildeten im 15. und 16. Jahrhundert im Verbund einst den größten Flächenstaat Europas. Das polnisch-litauische Reich erstreckte sich damals zeitweise von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung