Die tagelange Trauer-Inszenierung um den getöteten Revolutionsführer Ali Khamenei hat hysterische Formen angenommen. In einer polit-religiösen Prozession wird der Katafalk im Land herumgefahren. Millionen Menschen skandieren Parolen, in denen Israel und den USA („Großer Satan“) der Tod gewünscht und Trumps Kopf gefordert wird.
Die überlebenden Führer des Regimes liefern sich hinter dem Sarg ein Wett-Weinen. Es geht um die Hackordnung der Macht im Nachfolgeregime. Noch immer fehlt der neue (verletzte?) Führer Khamenei junior, und die Revolutionsgarden geben den Ton an.
Das Regime hat durch Widerstand gegen die USA seine schwindende Macht gefestigt. Noch vor Monaten konnte es sich der städtischen liberalen Opposition nur erwehren, indem es Zigtausende Demonstranten niedermetzelte. Trumps Krieg schuf die Wende. Er mobilisierte die Abwehrinstinkte der großen konservativ-religiösen, ländlichen Mehrheit.
Die Macht des Iran wurde bis zu den Golfanrainern ausgedehnt und die Straße von Hormus als Faustpfand genommen. Davon hätte Ober-Ajatollah Ali Khamenei nur träumen können.
Die Trauer-Hysterie wird bald den Alltagssorgen weichen, und die wirtschaftlichen Folgen des Krieges werden furchtbar sein. Das Regime wird zu doppelter Gewalt greifen müssen. Der Frühling der Mullahs kann ein jähes Ende nehmen, wenn der Funke des Widerstands von den Städten auf das Land überspringt.
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