Unmut bei Basis

(An-)Spannung vor dem Bezirksparteitag der FPÖ

Burgenland
11.07.2026 10:58

Kampfabstimmung statt Routineprotokoll: Warum ein eigentlich unspektakulärer Bezirksparteitag im Vorfeld für Unruhe innerhalb der blauen Basis sorgt – und was es für die Landespartei bedeutet.

Die FPÖ kommt nicht zur Ruhe. Spätestens seitdem der Zweite Landtagspräsident Johann Tschürtz im „Krone“-Interview offen Kritik an Landesparteiobmann Alexander Petschnig geübt hat, herrscht in der Partei wieder Aufregung. Einen Beitrag dazu dürften auch die laufenden Bezirksparteitage leisten, in denen die Weichen für die Gemeinderatswahlen 2027 gestellt werden.

Kampfabstimmung droht
Jener im Bezirk Eisenstadt-Umgebung wird besonders mit Spannung erwartet. Nachdem er bereits einmal kurzfristig verschoben worden war, soll er jetzt am Montag über die Bühne gehen. Allem Anschein nach dürfte es auf eine Kampfabstimmung hinauslaufen. Zur Wahl werden sich die Landtagsabgeordnete Michelle Whitfield und Andreas Friedl, geschäftsführender Obmann der Eisenstädter Stadtgruppe, stellen.

Entscheidend für Herbst
Brisant: Whitfield ist die Ehefrau von Petschnig. Manche sehen ihr Antreten daher als Versuch von Petschnig, seine Position als Parteichef im Hinblick auf den Landesparteitag im Oktober abzusichern. Denn schließlich ist der Bezirk Eisenstadt einer der bedeutensten für die FPÖ.

Unmut über „Cocktail im Luxushotel“
Dass Whitfield diesen übernehmen soll, sorgt aber auch für Unmut. Nicht nur hat sie ihren Lebensmittelpunkt offenbar in einem anderen Bezirk. Manche in der Eisenstädter Basis kritisieren auch, dass sie sich auf ihrem Social-Media-Auftritt gerne mit „Cocktail im Luxushotel“ zeige, „anstatt sich um die vernachlässigten Ortsgruppen zu kümmern.“

„Strippenzieher“
Doch auch Friedl dürfte nicht unumstritten sein. Manche vermuten hinter seinem Antreten Klubobmann Christian Ries als „Strippenzieher“. Ries – so die Behauptung - sei der verlängerte Arm der Bundespartei und wolle selbst Landesparteichef werden, heißt es.

Der Einfluss der Bundespartei
Tatsächlich ist der Einfluss der Bundespartei auf das Burgenland weit größer, als man vielleicht vermuten würde. Der Wiener Zentrale hat es Ries offenbar zu verdanken, dass er Klubchef wurde, nachdem ursprünglich Sandro Waldmann in diese Position gewählt worden war.

Hofer nur mehr auf Ersatzbank
Auch Petschnig konnte bisher auf die Rückendeckung der Bundespartei zählen. Angesichts der Dissonanz zwischen FPÖ-Bundeschef Herbert Kickl und Norbert Hofer war Petschnig der Garant, dass Hofer nicht Parteichef im Burgenland wird. Hofer sitzt zwar noch im Landtag, fokussiert sich mittlerweile aber vor allem auf seine Privatgeschäfte. Ohne diese „Gefahr“ scheint Petschnigs Spitzenposition nicht mehr unantastbar. 

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