Khamenei beerdigt

„Nur der Tod von Trump wird den Schmerz lindern“

Ausland
10.07.2026 08:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehr als vier Monate nach seiner Tötung ist Irans früherer oberster Führer Ajatollah Ali Khamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes unter Ausschluss der Öffentlichkeit beerdigt worden. Zuvor war der Sarg Khameneis massenhaft von Trauernden begleitet worden. Am Rande des Trauerzuges wurden Rachegelüste geäußert.

„Nur der Tod von Trump und (dem israelischen Regierungschef Benjamin) Netanyahu wird unseren Schmerz lindern. Es sollte überhaupt keine Kompromisse geben“, erklärte eine 35 Jahre alte Hausfrau mit Blick auf das im Juni geschlossene Rahmenabkommen für ein Ende des Krieges. Zum Tod von Khamenei fügte sie hinzu: „Der Verlust unseres Führers ist schwerer als der unserer Eltern.“

„Blut wird fließen“
„Alle Menschen hier wollen Rache“, sagte der Geschäftsbesitzer Mohammed Afsharian. „Ich weiß nicht, wie das mit der Diplomatie weitergehen soll und welche Politik dahintersteht, aber alle Menschen hier tragen rote Fahnen, weil sie Rache wollen.“ Wenn Trump ein Abkommen verhandeln wolle, „muss er uns Netanyahu ausliefern“, forderte Afsharian.

Der Sarg von Ajatollah Ali Khamenei und weiteren Familienmitgliedern auf dem Weg zur letzten ...
Der Sarg von Ajatollah Ali Khamenei und weiteren Familienmitgliedern auf dem Weg zur letzten Ruhestätte(Bild: EPA/IRANIAN SUPREME LEADER OFFICE HANDOUT)

An einem Hotel mit dem Namen „Miami“ war ein riesiges Plakat zu sehen, auf dem ein Kopfgeld auf US-Präsident Donald Trump ausgesetzt wurde, nahe dem Beisetzungsort war auf einem Banner „Kill Trump“ zu lesen. Auf einem weiteren Schild stand: „Blut wird fließen.“

Israel warnte Trump vor Mordkomplott
Der US-Staatschef hat auf dem Rückflug vom NATO-Gipfel in Ankara nicht wie erwartet die neue Air Force One benutzt und damit Spekulationen über Sicherheitsrisiken angeheizt. „Ich bin die Nummer eins auf der Todesliste des Irans“, sagte er später. In diesem Zusammenhang berichteten das „Wall Street Journal“ und der Nachrichtensender CNN auch von iranischen Plänen zur Ermordung Trumps. Israel habe das Weiße Haus darauf aufmerksam gemacht, hieß es. Die US-Regierung habe derlei Warnungen zuletzt häufig erhalten, wie CNN unter Berufung auf einen US-Beamten berichtete. Die Warnung aus Israel sei aber neu und habe auch einen konkreten Anschlagsplan beinhaltet. Details wurden nicht genannt.

Khameneis Sohn fehlte auch bei Trauerfeierlichkeiten
Khamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden. Mehr als fünf Wochen führten die USA und Israel daraufhin Krieg gegen den Iran, bis Anfang April eine Waffenruhe vereinbart wurde. Es kam trotz der Waffenruhe und einem Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges aber auch danach mehrfach zu gegenseitigen Angriffen.

Anhänger des Mullah-Regimes neben einem Plakat von Mojtaba Khamenei
Anhänger des Mullah-Regimes neben einem Plakat von Mojtaba Khamenei(Bild: AFP/ATTA KENARE)

Mit Khamenei wurden auch mehrere ebenfalls bei dem Angriff am 28. Februar getötete Angehörige beigesetzt, darunter seine Tochter und seine 14 Monate alte Enkeltochter sowie die Frau seines Sohnes Mojtaba, der zu seinem Nachfolger als oberster Führer ernannt wurde. Mojtaba Khamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt und ist seither nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden – auch nicht während der Trauerfeierlichkeiten!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung