Vier Monate nach dessen Tod haben in der iranischen Hauptstadt Teheran die öffentlichen Trauerfeiern für Ajatollah Ali Khamenei begonnen. Die Zeremonie soll mehrere Tage lang dauern. In der Moschee waren am Samstag Vergeltungsrufe zu hören – Khameneis Anhänger forderten „Rache“ und riefen „Tod, Amerika“.
Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten den Sarg des Religionsführers aufgebahrt in der Großmoschee Mosalla. Zahlreiche Anhänger strömten am frühen Samstag bereits seit der Dämmerung zum Veranstaltungsort.
Am Donnerstag Beisetzung in Khamaneis Heimatstadt
Khameneis Leichnam bleibt zunächst drei Tage in Teheran. Anschließend sind Trauerzeremonien in der Pilgerstadt Qom sowie im Irak geplant. Am Donnerstag soll er in seiner Heimatstadt Mashhad beigesetzt werden.
„Tod, Amerika“
Tausende Menschen strömten am Samstagmorgen zur Mosalla. Viele Trauernde waren schwarz gekleidet, einige trugen rote, schiitische Fahnen als Symbol der Vergeltung. In der Moschee waren Rufe wie „Tod Amerika“ und „Rache, Rache“ zu hören. „Wir fordern Blutrache, und wir wollen Vergeltung“, sagte eine der Anhängerinnen. Die iranischen Behörden rechnen allein in Teheran in den kommenden drei Tagen mit 15 bis 20 Millionen Teilnehmern.
Großes Aufgebot an Sicherheitskräften
Mehr als 65.000 Sicherheitskräfte werden in den Metropolen im Einsatz sein, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf den Oberbefehlshaber der iranischen Ordnungskräfte berichtete. Weitere 200.000 Einsatzkräfte sollen dafür sorgen, die Straßen und Grenzgebiete sicher zu halten. Khameneis Regime duldete keine Kritik. Für Regierungskritiker und Demonstranten hat sich die Lage jedoch auch nach seinem Tod nicht merklich verbessert.
Waffenruhe einige Monate nach Khameneis Tod
Khamenei war am 28. Februar bei einem gezielten israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in der iranischen Hauptstadt getötet worden. Anschließend führten Israel und die USA mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran. Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe.
Sohn Mojtaba noch nicht öffentlich gesehen
Nach Khameneis Tod war dessen Sohn Mojtaba zum neuen Oberhaupt ernannt worden. Bislang ist er jedoch nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten. Es wird spekuliert, ob er beim Angriff auf seinen Vater ebenfalls schwer verletzt wurde. Auch ob er zur Trauerfeier erscheint, ist unklar.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.