„Tod, Amerika“

Rache-Rufe bei Trauerfeier für Khamenei in Teheran

Außenpolitik
04.07.2026 10:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vier Monate nach dessen Tod haben in der iranischen Hauptstadt Teheran die öffentlichen Trauerfeiern für Ajatollah Ali Khamenei begonnen. Die Zeremonie soll mehrere Tage lang dauern. In der Moschee waren am Samstag Vergeltungsrufe zu hören – Khameneis Anhänger forderten „Rache“ und riefen „Tod, Amerika“.

 Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten den Sarg des Religionsführers aufgebahrt in der Großmoschee Mosalla. Zahlreiche Anhänger strömten am frühen Samstag bereits seit der Dämmerung zum Veranstaltungsort.

Am Donnerstag Beisetzung in Khamaneis Heimatstadt
Khameneis Leichnam bleibt zunächst drei Tage in Teheran. Anschließend sind Trauerzeremonien in der Pilgerstadt Qom sowie im Irak geplant. Am Donnerstag soll er in seiner Heimatstadt Mashhad beigesetzt werden.

Zahlreiche Menschen strömten am Samstag zur Mosalla.
Zahlreiche Menschen strömten am Samstag zur Mosalla.(Bild: AFP/ATTA KENARE)
Die Särge des verstorbenen iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei und seiner ...
Die Särge des verstorbenen iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei und seiner Familienangehörigen.(Bild: AP/Vahid Salemi)
Viele Trauernde waren schwarz gekleidet.
Viele Trauernde waren schwarz gekleidet.(Bild: AFP/ATTA KENARE)

„Tod, Amerika“
Tausende Menschen strömten am Samstagmorgen zur Mosalla. Viele Trauernde waren schwarz gekleidet, einige trugen rote, schiitische Fahnen als Symbol der Vergeltung. In der Moschee waren Rufe wie „Tod Amerika“ und „Rache, Rache“ zu hören. „Wir fordern Blutrache, und wir wollen Vergeltung“, sagte eine der Anhängerinnen. Die iranischen Behörden rechnen allein in Teheran in den kommenden drei Tagen mit 15 bis 20 Millionen Teilnehmern.

Zahlreiche Menschen strömten zur Trauerfeier Khameneis.
Zahlreiche Menschen strömten zur Trauerfeier Khameneis.(Bild: AP/Vahid Salemi)

Großes Aufgebot an Sicherheitskräften
Mehr als 65.000 Sicherheitskräfte werden in den Metropolen im Einsatz sein, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf den Oberbefehlshaber der iranischen Ordnungskräfte berichtete. Weitere 200.000 Einsatzkräfte sollen dafür sorgen, die Straßen und Grenzgebiete sicher zu halten. Khameneis Regime duldete keine Kritik. Für Regierungskritiker und Demonstranten hat sich die Lage jedoch auch nach seinem Tod nicht merklich verbessert.

Waffenruhe einige Monate nach Khameneis Tod
Khamenei war am 28. Februar bei einem gezielten israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in der iranischen Hauptstadt getötet worden. Anschließend führten Israel und die USA mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran. Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe.

Sohn Mojtaba noch nicht öffentlich gesehen
Nach Khameneis Tod war dessen Sohn Mojtaba zum neuen Oberhaupt ernannt worden. Bislang ist er jedoch nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten. Es wird spekuliert, ob er beim Angriff auf seinen Vater ebenfalls schwer verletzt wurde. Auch ob er zur Trauerfeier erscheint, ist unklar.

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