Nach „Greco-Farce“

Diese mutigen Helden hätten Auszeichnung verdient

Wien
10.07.2026 05:45

Eine Politikerin, die kaum jemand kennt, erhält eine der höchsten Ehrungen der Republik. Jene, die oftmals ihr Leben für andere riskieren, gehen viel zu oft leer aus. Wir finden das unfair.

Das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verkommt zur Selbstbeweihräucherungs-Plakette für Politiker mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Wie berichtet, wurde eine der höchsten Auszeichnungen des Landes an Kasia Greco (ÖVP) verliehen, weil sich ein ÖVP-Ministerium bei einem anderen ÖVP-Ministerium dafür eingesetzt hat. Leistungsbilanz der nicht amtsführenden Stadträtin: mau.

Greco mit ihrem Ehrenzeichen.
Greco mit ihrem Ehrenzeichen.(Bild: Imre Antal)

Helden, Freiwillige, Lebensretter
Dabei gäbe es so viele Persönlichkeiten, mutige Helden, Lebensretter, Freiwillige, die mit leeren Händen dastehen, weil andere im Rampenlicht stehen. Wir wollen nur ein paar dieser selbstlosen Persönlichkeiten aus dem Schatten hervorholen:

  • Da wäre zum Beispiel Dr. Marie Neubauer, die Patienten behandelt, die nicht versichert oder obdachlos sind. Diabetes, Blutdruck, chronische Wunden, Suchterkrankungen – der Engel aus dem Neunerhaus hilft Menschen, die von fast allen vergessen worden sind.
Dr. Marie Neubauer bei ihrer wichtigen Arbeit
Dr. Marie Neubauer bei ihrer wichtigen Arbeit(Bild: Zwefo)
  • Große Verdienste gehen auch auf das Konto von Alexander Codalonga. Der 23-jährige Bundesheersoldat hörte beim Pier 22 auf der Donauinsel Hilferufe. Ein Student kämpfte ums Überleben und drohte zu ertrinken. Codalonga zögerte keine Sekunde, sprang ins kalte Wasser und holte den Erschöpften an Land – und damit zurück ins Leben.
Alexander Codalonga bewies Mut.
Alexander Codalonga bewies Mut.(Bild: RONJA_KLIMA)
  • Auch die Mitarbeiterinnen des Teddyhauses hätten einen Auszeichnungsreigen verdient. Michaela Altendorfer und ihr Team bieten Hoffnung in sonst hoffnungslosen Zeiten. In ihrer Einrichtung wohnen Eltern, während die Kinder im Krankenhaus nebenan um ein stabiles Herz kämpfen. 1350 Familien konnte seit der Eröffnung im Jahr 2015 geholfen werden. Das Jubiläum im Vorjahr war ein Fest voller Emotionen.
Die Mitarbeiter des Teddyhauses beim Jubiläum
Die Mitarbeiter des Teddyhauses beim Jubiläum(Bild: HKÖ Juliane Spejra)
  • Um schwer kranke Kinder kümmert sich auch die Ronald McDonald Stiftung. „Mit einem Mal ist das Leben, wie man es kannte, vorbei“, erklärt Vorständin Karin Schmidt. Sie ist für Spendenlukrierung und den verantwortungsvollen Umgang damit verantwortlich. Ihre Geschichten über die kleinen Patienten rühren selbst die Hartgesottensten zu Tränen.
Karin Schmidt von der Ronald McDonald Stiftung
Karin Schmidt von der Ronald McDonald Stiftung(Bild: Caro Strasnik)

Ein Trost für sie alle: Wenn die Politik schon keinen Orden verleiht, wir werden es mit der Kolumne „Wiener der Woche“ weiterhin tun.

Preisträger-Verzeichnis
Verdiente Träger des Großen Ehrenzeichens

Statt der „Greco-Farce“ geht es aber auch anders. Mit dem Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich wurden seit 1952 auch echte Kapazunder ausgezeichnet, die unser Land in der Welt zu Ruhm verholfen und viele Menschen stolz gemacht haben. Darunter die Olympia-Helden im Skifahren Toni Sailer, Anna Veith, Annemarie Moser-Pröll, Hermann Maier und Marcel Hirscher.

Sportler, Künstler, Wissenschafter
Malerfürst Arnulf Rainer und Austro-Pop-Legende Wolfgang Ambros durften sich über die Auszeichnung ebenso freuen wie Filmproduzent Karl Spiehs, Musical- und Schauspielikone Dagmar Koller, Opernstar Edita Gruberová, oder der Komponist, Kabarettist und Moderator Herbert Prikopa.

Neben Sportlern und Künstlern kommt auch die Wissenschaft nicht zu kurz. Der international renommierte Genetiker Markus Hengstschläger und der Neurologe Walther Birkmayer stehen auf der Geehrtenliste. Das ist längst nicht alles, doch selbst Publikumslieblinge können hier nicht alle namentlich aufgeführt werden. Dafür reicht der Platz nicht.

Parteigünstlinge und Funktionäre
Das Preisträger-Verzeichnis vermittelt aber auch den Eindruck, dass die Würdigung immer wieder für Parteigünstlinge und Funktionäre herhalten muss. Und wofür? Dafür, dass sie ihren Job machen – mal besser, mal schlechter

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