Die 75. Edition der Tour of Austria rollt nach Salzburg. Rupert Hödlmoser ist Organisationsleiter des größten Straßenradsport-Events Österreichs und verrät interessante Hintergründe zum Speichenspektakel, das immer mehr Leute in seinen Bann zieht.
Der Tross der Tour of Austria rollt auf Salzburg zu. Und mit ihm nicht nur 22 Teams mit je sechs Fahrern, sondern auch zahlreiche Betreuer, Medienvertreter, Securitys und viele weitere Helfer.
„Insgesamt sind es rund 530 Personen“, erklärt Rupert Hödlmoser der „Krone“. Als Organisationsleiter hat er einen perfekten Überblick. Dabei ist es alles andere als einfach, diesen zu behalten. „Es ist unglaublich, um wie viele Details es geht“, sagt der 38-Jährige aus St. Gilgen.
Ein paar Beispiele gefällig? Hödlmoser und sein Team müssen in jeder Gemeinde, die besucht wird, die Feuerwehr kontaktieren und um Hilfe bei der Absicherung der Strecke bitten. In der Steiermark gilt es, zusätzlich mit der Straßenmeisterei jeden Meter Strecke abzufahren. „Da wird jedes Schlagloch notiert“, grinst Hödlmoser. Schulen müssen informiert werden, wenn der Tross sie zur Zeit des Schulschlusses passiert. Selbst Bestattungen werden kontaktiert. „Wenn die Tour kommt, darf kein Begräbnis stattfinden.“
„Wir haben uns wirklich sehr viel getraut“
Gemeinsam mit Rundfahrt-Chef Thomas Pupp hat es Hödlmoser geschafft, der Tour neues Leben einzuhauchen. Die Rückkehr auf kleine Straßen und durch die Gemeinden hat zwar Tücken, lockt aber das Publikum an. Im Vorjahr war die Begeisterung riesig, auch heuer erfreut sich das Speichenspektakel großer Beliebtheit. „Wir haben uns wirklich sehr viel getraut, aber es war auch mein Ziel, schwierigere Wege zu nehmen“, sagt Hödlmoser.
Der Erfolg gibt den Machern recht. Die Rundfahrt, die ein Budget von knapp über 1,5 Millionen Euro hat, kommt auf einen Werbewert, der deutlich mehr als das Vierfache beträgt und wurde vom Radsport-Weltverband (UCI) im Vorjahr mit Höchstnoten ausgezeichnet. Auch die Teams schwärmen regelmäßig von der tollen Organisation.
Es gibt schon Anfragen für das Jahr 2029
Nicht umsonst pedalieren auch in diesem Jahr gleich mehrere Worldtour-Rennställe, also jene der höchsten Kategorie, durch das Land. Da fällt es auch nicht ins Gewicht, dass just die Red-Bull-Équipe, die nur unweit der Strecke beheimatet ist, seit Jahren einen Bogen um die Tour macht.
Auch für die Zukunft darf man sich einiges erwarten. „Wir haben schon Anfragen für das Jahr 2029“, sagt Hödlmoser durchaus stolz. Der Radsport in Österreich boomt, die Gemeinden erkennen, dass ein Besuch der Tour einen Mehrwert für sie hat. Und so kann davon ausgegangen werden, dass auch das heutige Gastspiel in St. Johann/Alpendorf einmal mehr ein voller Erfolg wird.
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