Streit eskaliert

Vor NATO-Gipfel: Trump postet Meloni-Spottbild

Außenpolitik
06.07.2026 09:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump legt im Streit mit Giorgia Meloni noch einen drauf. Auf Truth Social veröffentlichte er ein Bild der italienischen Ministerpräsidentin und erklärte, er brauche eine „einstweilige Verfügung“ gegen sie. Aus Italien folgte ein scharfer Konter.

Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte Trump ein Bild, das ihn gemeinsam mit Meloni zeigt. Dieses versah er mit den Worten: „Restraining order needed“ – Eine einstweilige Verfügung ist nötig. Der Beitrag erschien kurz vor dem NATO-Gipfel in Ankara, an dem beide teilnehmen werden.

Auf dem Foto scheint Meloni Trump anzulächeln.
Auf dem Foto scheint Meloni Trump anzulächeln.(Bild: Screenshot/Truth Social @realDonaldTrump)

Melonis Status als „Trump-Versteherin“ wackelt
Das Posting ist die jüngste Zuspitzung eines seit Wochen dauernden Streits zwischen den beiden Politikern. Nach dem G7-Gipfel in Evian hatte Trump behauptet, Meloni habe ihn um ein gemeinsames Foto gebeten. Die italienische Regierungschefin wies dies öffentlich zurück und erklärte, weder sie noch Italien müssten um etwas betteln. Hintergrund des Streits dürfte aus der Sicht Trumps mangelnde Unterstützung im Krieg gegen den Iran sein. Zuvor galt die rechte Meloni geradezu als DIE „Trump-Versteherin“ in Europa.

„Widerlicher Billig-Bully“
Anders als in früheren Konflikten bemühte sich Meloni diesmal nicht, den Streit kleinzureden. Ganz im Gegenteil, die italienische Regierungschefin hielt scharf dagegen. Carlo Calenda, Vorsitzender der Oppositionspartei Azione, nannte Trump in den sozialen Medien einen „widerlichen Billig-Bully“.

Verteidigungsausgaben im Mittelpunkt des NATO-Gipfels
Der NATO-Gipfel wird am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara stattfinden, bei dem die Staats- und Regierungschefs der Bündnisstaaten über die weitere Ausrichtung des Verteidigungsbündnisses, das Trump stark durcheinandergewirbelt hat, beraten wollen. Im Mittelpunkt stehen erneut die Verteidigungsausgaben der europäischen Mitgliedstaaten und das von den USA geforderte Ziel, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung bereitzustellen. Trump hatte zugleich die Bündnistreue der USA infrage gestellt.

Trumps Verhalten „schwer vorhersehbar“
Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto zeigte sich im Vorfeld zuversichtlich, dass der Gipfel zu einer Einigung führen könne. Zugleich räumte er ein, dass das Verhalten Trumps schwer vorhersehbar bleibe. Beobachter erwarten, dass der relativ neue Konflikt zwischen Trump und Meloni die Gespräche am Rande des Treffens zusätzlich belasten könnte.

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