Nächster Krach!

Trump lästert über Meloni: „Hat mich angefleht“

Außenpolitik
19.06.2026 13:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der Versöhnung steht schon wieder der nächste Krach ins Haus! US-Präsident Donald Trump hat mit spöttischen Bemerkungen über die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender „La7“ sagte Trump, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel um ein gemeinsames Foto angebettelt. Meloni reagierte empört auf die Aussage, sie sei „fassungslos“. 

„Sie hat mich angefleht, ein Foto mit ihr zu machen“, sagte Trump. Er habe dem Wunsch schließlich entsprochen, weil ihm die Regierungschefin leidgetan habe.  

Spannungen wegen Iran-Krieg
Zudem äußerte er sich abfällig über die Bedeutung des Gipfels und erklärte, er hätte nicht mit Meloni sprechen müssen. Die Beziehungen zwischen beiden Politikern galten lange als eng. Meloni war als einzige europäische Regierungschefin zu Trumps Amtseinführung eingeladen worden.

Zu Spannungen kam es jedoch zuletzt wegen des Konflikts mit dem Iran. Die italienische Regierung verweigerte den USA die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien für Militäroperationen. Trump warf Italien daraufhin mangelnde Unterstützung vor.

Meloni: „Völlig erfunden, bin fassungslos“
Trumps Worte lösten in Italien heftige Kritik aus. Die Aussagen Trumps seien „völlig erfunden“, schrieb Meloni auf Instagram. Sie sei über Trumps Behauptungen „fassungslos“. „Ich und Italien bitten niemals um etwas. Ich weiß nicht, warum sich der US-Präsident gegenüber Verbündeten so verhält. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert“, kritisierte Meloni weiter.

Auch die Opposition sprach Meloni ihre Solidarität aus. Der Senator der oppositionellen Demokratischen Partei (PD), Filippo Sensi, bezeichnete Trumps Aussagen als „inakzeptabel“. Niemand könne sich einen derart arroganten Ton gegenüber der Spitze der italienischen Regierung erlauben, schrieb Sensi auf der Plattform X. Zugleich betonte der Politiker die politischen Differenzen zwischen ihm und Meloni sowie ihrer rechten Regierungskoalition. Dies ändere jedoch nichts daran, dass Italien nicht auf diese Weise behandelt werden dürfe, erklärte Sensi.

Minister sagt USA-Besuch ab
Als Reaktion auf Trumps Worte sagte Außenminister Antonio Tajani einen geplanten Besuch in den Vereinigten Staaten ab. Die Aussagen Trumps seien „schwerwiegend und beleidigend“ gegenüber der Regierungschefin und damit gegenüber ganz Italien, erklärte Tajani auf der Plattform X. Deshalb habe er entschieden, seine für den 21. und 22. Juni geplante Reise in die USA nicht anzutreten.

Die jüngsten Differenzen waren entstanden, nachdem Meloni den neuen Papst Leo XIV. gegen Kritik Trumps verteidigt hatte. Der US-Präsident hatte dem Pontifex zuvor Schwäche in Sicherheitsfragen und Fehlurteile in der Außenpolitik vorgeworfen. Trotz der Spannungen betonte Meloni nach dem G7-Gipfel, die Beziehungen zu Trump seien unverändert gut. Es gebe keine gegenseitigen Vorwürfe, beide Seiten verstünden die jeweiligen Positionen. Bei einem Treffen am Rande des Gipfels scherzten die beiden zudem öffentlich über ihre Beziehung. Auf Trumps Bemerkung, er sei von Meloni „verlassen“ worden, entgegnete die Regierungschefin lachend: „Nein, wurdest du nicht.“

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