Auch Tuchel entsetzt

Aufregung bei der WM: „Wie weit geht das jetzt?“

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Von krone Sport

Englands Teamchef Thomas Tuchel hat mit großem Erstaunen auf die Aussetzung der Rot-Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun bei der WM reagiert.

„Ich denke, um ganz klar zu sein, dass es keine Rote Karte war. Aber der VAR war involviert. Drei Leute vom VAR und der Referee haben es gecheckt und hatten die Meinung, dass es eine Rote Karte war. Es wurde also eine Entscheidung getroffen“, sagte Tuchel. „Wer kippt diese Entscheidung dann – und wann? Und auf welcher Grundlage? Wie weit geht das jetzt? Es ist einfach seltsam für mich. Wir wollen einfach Konsistenz in den Entscheidungen haben!“

„Legen wir jetzt Berufung ein, wenn ...“
Tuchel meinte nach dem 3:2 der „Three Lions“ im WM-Achtelfinale gegen Mexiko zudem: „Legen wir jetzt Berufung ein, wenn eine Gelbe Karte keine Gelbe Karte ist?“ Man könnte jetzt endlos debattieren. „Wo fängt es an und wo hört es auf?“, sagte Tuchel. Auf die anschließende Frage eines Journalisten, ob man vielleicht US-Präsident Donald Trump fragen sollte, sagte Tuchel: „Vielleicht. Das ist ein guter Startpunkt.“

Balogun sah gegen Bosnien Rot
Balogun – mit drei WM-Treffern bester US-Torjäger – war nach einem rüden, aber unabsichtlichen Foul gegen Tarik Muharemovic sowie nach VAR-Überprüfung vom Platz gestellt worden.

Folarin Balogun sah gegen Bosnien die Rote Karte
Folarin Balogun sah gegen Bosnien die Rote Karte(Bild: AP/Jeff Chiu)

Eine Rote Karte zieht im Normalfall eine automatische Sperre von zumindest einem Spiel nach sich. Wie die FIFA jedoch mitteilte, wird diese „gemäß Artikel 27 des FIFA-Disziplinarreglements für eine Probezeit von einem Jahr ausgesetzt“.

Rief Trump bei Infantino an?
„The Athletic“ und die Nachrichtenagentur AP berichteten am Sonntag übereinstimmend, Trump habe bei FIFA-Chef Gianni Infantino angerufen, um sich für eine Aussetzung der Rot-Sperre des besten US-Torschützen für das WM-Achtelfinale gegen Belgien in Seattle einzusetzen (Dienstag 2 Uhr MESZ/live im sportkrone.at-Ticker).

Donald Trump (li.) und Gianni Infantino
Donald Trump (li.) und Gianni Infantino(Bild: AP/Chris Carlson)

Demzufolge bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen den ungewöhnlichen Ablauf. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben die Information bislang kommentiert.

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