Ein kleiner Trump. Sagen wir es mal so: Es kommt nicht rasend überraschend, dass die Selbsteinschätzung von Vizekanzler und SPÖ-Chef Andreas Babler auf der einen und die Beurteilung durch viele Österreicherinnen und Österreicher auf der anderen Seite nicht ganz übereinstimmt. Im Ö1-Interview am Samstag hatte Babler, gefragt um eine Schulnotenbeurteilung der Regierung, geantwortet, er würde sich wie auch der Regierung „gut bis befriedigend“ ins Zeugnis schreiben, um im selben Satz zu präzisieren, der Wert wäre „eher sogar am Zweier angesiedelt“. Vielen „Krone“-Leerbriefschreibern und -Postern ist es ein großes Anliegen, dem zu widersprechen. Bablers Beurteilung „grenzt an große Selbstüberschätzung seiner selbst und seiner unfähigen Mitregierenden“, meint etwa Leserbrief-Schreiber Georg Culetto aus Innsbruck. Der Tiroler fragt sich auch, ob etwa ein kleiner Trump in Babler stecke, „der auch alles, was ihm so einfällt, fantastisch findet?“ Der Trump-Vergleich – in vieler Hinsicht wohl doch zu hoch gegriffen.
„Selbstverliebtheit“. Vernichtend sind so gut wie alle Urteile. So meint etwa Leser Josef Lesjak, Babler „redet sich die traurige Realität in seiner wunderbaren Welt schön“. Er glaube tatsächlich an seine „Bremsen“ und preise die Ergebnisse ebenjener. Lesjak hofft, „irgendjemand holt ihn aus seinem Paralleluniversum zurück, sonst endet diese Regierungsperiode noch schlimmer als die der Vorgänger-Regierung“. Und Heinz Vielgrader aus Rappoltenkirchen schreibt von „Selbstüberschätzung“ und „Selbstverliebtheit“, mit der guten Selbst-Benotung seiner Politik mache sich der Vizekanzler „nicht nur lächerlich, sondern auch noch unbeliebter“. Ganz schön hart, all diese Urteile. Aber – siehe oben – nicht wirklich überraschend.
Kommen Sie gut durch den Montag!
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