Tirols AHS-Gewerkschaftschef Matthias Hofer teilte gegen die neue Bildungsdirektorin aus und steht jetzt selbst in der Kritik. Es geht – wieder einmal – um das Modell der gemeinsamen Schule.
Nach einem „Krone“-Interview mit der neuen Tiroler Bildungsdirektorin Bettina Ellinger packte Matthias Hofer, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Tirol, den Holzhammer aus. Ellinger hatte Offenheit für das Modell einer gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen bekundet.
„Pauschale Abwertungen einer Schulart“
Ihre Aussage deutete Hofer – Vertreter der Fraktion Christlicher GewerkschafterInnen – höchst eigenwillig: „Den rund 1800 Tiroler AHS-Lehrpersonen auszurichten, sie seien schlechte Lehrerinnen und Lehrer, weil sie die Gesamtschule ablehnen, ist höchst problematisch“, verlautbarte dieser in einer Aussendung und warf Ellinger „pauschale Abwertungen einer ganzen Schulart“ vor.
„Darin besteht keine gute Zusammenarbeit“
Hofer hat mit seinem Frontalangriff viele Lehrer und Gewerkschafter irritiert. „Gute Zusammenarbeit besteht nicht darin, vom ersten Tag an Radikalopposition zu betreiben und vernünftige Ansätze zu torpedieren“, protestiert Astrid Schuchter, Vorsitzende von ÖLI-UG Tirol (Österreichische LehrerInnen Initiative – Unabhängige Gewerkschafter), der zweitstärksten Fraktion in der AHS-Gewerkschaft.
Über eine gemeinsame Schule zumindest diskutieren zu können, ohne einen Shitstorm abzubekommen, müsse in einem ehrlich gemeinten Dialog möglich sein, kritisiert Schuchter die Aussagen des Gewerkschaftskollegen Hofer scharf.
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