Der Parteitag der deutschen Rechtsaußenpartei AfD ist von massiven Protesten überschattet worden. Ein Störer war besonders kreativ: Er blies „Star Wars“-Musik aus der Hallenwand.
Anders als erwartet hat der Parteitag am Samstag pünktlich begonnen: Der Versuch von Demonstrierenden, ihn durch eine Blockade zu verhindern, scheiterte. Hunderte Delegierte der Alternative für Deutschland waren bereits in der Nacht in die Halle gelangt – und den Blockierern damit zuvorgekommen.
„Wir sind die neue Volkspartei in Deutschland“, erklärte die Co-Parteivorsitzende Alice Weidel in ihrer Rede vor den Delegierten in der Messehalle Erfurt. Die AfD sei „bereit, Verantwortung zu übernehmen“. An den Gegenkundgebungen nahmen laut Organisatoren bis zu 50.000 Menschen teil. Die Polizei zählte mindestens 31.000 Teilnehmer.
Bluetooth-Box hinter Vorhang versteckt
Mysteriöse Töne erklangen, als Alice Weidel und Tino Chrupalla als AfD-Doppelspitze bestätigt wurden. Der „Imperial March“ aus „Star Wars“ – jene Melodie, die im Film für die dunkle Seite der Macht steht – schallte durch den Raum. Laut NTV begaben sich Techniker rasch auf die Suche nach der Quelle der Hintergrundkulisse. Und fanden eine Bluetooth-Box hinter einem Vorhang unter dem Hallendach. Wie diese dorthin gelangt war, ist bislang unklar.
Die Unterbrechung führte allerdings zu keinem Abbruch der Wahl. Die in Teilen rechtsextreme Partei sieht sich aktuell beflügelt durch gute Umfragewerte. Im Bund ist sie laut Demoskopen stärkste Kraft. Die AfD-Spitze wähnt die Partei deshalb auf dem Weg zur Übernahme von Regierungsverantwortung.
Weidel warf den anderen Parteien vor, die AfD „mit Hass und Hetze“ auszugrenzen. Sie richtete eine Botschaft an die politische Konkurrenz: „Ihr werdet uns nicht kleinkriegen, ganz im Gegenteil. Wir werden immer stärker und größer.“
Ähnlich äußerte sich der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla. „Wir werden gewinnen“, zeigte er sich vor den Delegierten sicher. „Vielleicht können wir bald schon allein regieren“, fügte er mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland hinzu. „Das wäre das richtige Zeichen an die Demokratieverächter, die da draußen unseren Parteitag verhindern wollten.“
Grünen-Politiker sieht Parallelen zu NSDAP-Reichsparteitag 1926
Das AfD-Treffen fand auf den Tag genau 100 Jahre nach dem Reichsparteitag der NSDAP im nahen Weimar statt. „Mit ihrem Parteitag in Thüringen stellt die AfD sich in die Tradition eines NSDAP-Parteitags, der sich durch die Gründung der Hitler-Jugend, die öffentlichkeitswirksame Inszenierung des Hitler-Grußes und die Aufwertung der SS auszeichnete“, sagte Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch. Dies dürfe „niemals akzeptiert werden“, fügte er hinzu. Und meinte: „Wir werden unsere Demokratie vor Verfassungsfeinden und Menschenfeindlichkeit verteidigen.“
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