Der Höhenflug der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) wird in Moskau mit großem Interesse verfolgt. Die jüngsten Umfragen in den ostdeutschen Bundesländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Partei von Alice Weidel unangefochten auf dem ersten Platz rangiert, stoßen im Kreml auf große Freude.
Der für Russlands Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland zuständige Kreml-Gesandte Kirill Dmitrijew frohlockt auf der Plattform X: „Die AfD ist zur HOFFNUNG für die Deutschen geworden.“
„Gegen Lügen und Zensur“
Es ist nicht das erste Mal, dass Dmitrijew öffentlich für die AfD eintritt. Die Partei sei deutschlandweit die populärste, weil sie „gegen unkontrollierte Immigration, Lügen und Zensur“ auftrete, schrieb er im vergangenen Oktober angesichts damaliger Umfrageergebnisse. Dmitrijew ist ein enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin. Als dessen Chefunterhändler im Ukraine-Krieg trat er vor allem für eine Verbesserung der Beziehungen zur US-Regierung unter Präsident Donald Trump ein, während er wiederholt scharf gegen Europa und Kiew austeilte.
Stärkste Kraft, aber kein Koalitionspartner
Im September wird in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und auch in Berlin gewählt. In den beiden ostdeutschen Flächenländern ist die AfD in Umfragen bei weitem stärkste Kraft (41 Prozent in Sachsen und um die 36 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern), hätte aber nach jetzigem Stand keine Koalitionspartner.
Fast die Hälfte der Deutschen für Ende von Schwarz-Rot
Während die in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei sich im Höhenflug befindet, wünscht sich einer aktuellen Umfrage zufolge fast die Hälfte der Deutschen ein Ende der schwarz-roten Regierungskoalition. Für ihre Auflösung sprachen sich rund 47 Prozent der Befragten aus, wie eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der „Welt am Sonntag“ ergab. Dass Union und SPD ihre Koalition fortführen, wünschten sich dagegen 30 Prozent der Befragten.
Dabei hat der Erhebung zufolge das Vertrauen in die schwarz-rote Koalition im Osten Deutschlands stärker gelitten als im Westen der Republik. So sprechen sich in der Umfrage 46 Prozent der Ostdeutschen für ein vorzeitiges Ende von Schwarz-Rot und für eine anschließende Neuwahl aus, in den westdeutschen Ländern sind es 35 Prozent. Einen Fortbestand des Regierungsbündnisses wollen 22 Prozent im Osten und 31 Prozent im Westen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.