Für mehr Wohlbefinden

VR-Brille für Palliativ-Patienten in Vorarlberg

Vorarlberg
19.08.2026 15:32
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Das Landeskrankenhaus Hohenems (Vorarlberg) setzt seit einiger Zeit VR-Brillen auf der Palliativstation ein: Das soll nicht nur die Pflege unterstützen, sondern auch die Lebensqualität von Patienten und Patientinnen verbessern.

Abtauchen in andere Welten, wenn die Schmerzen gerade besonders unangenehm sind, Blut abgenommen werden muss oder einfach für ein wenig Entspannung gesorgt werden soll? Genau das wurde erstmals auf der Palliativstation des Landeskrankenhauses Hohenems im Rahmen einer dort durchgeführten Studie möglich – durch den Einsatz einer Virtual-Reality-Brille. 

Für die Beobachtungsstudie, die zwei Pflegefachkräfte im Rahmen ihres Palliativ-Basis-Lehrgangs über einen Zeitraum von sechs Monaten als Projektarbeit erstellt haben, wurden insgesamt 16 Palliativpatienten im Alter von 50 bis 80 Jahren vor und nach der Anwendung der VR-Brille befragt. Während der virtuellen Reise war stets eine Pflegeperson anwesend, um die Anwendung individuell anzupassen und aufmerksam zu begleiten. Die Teilnehmenden konnten unter anderem Gebirgslandschaften, exotische Länder und Tieraufnahmen erleben. Technisch wird der räumliche Eindruck durch zwei Bildschirme – einen für jedes Auge – erzeugt. Zusammen mit Bild und Ton haben die Nutzer und Nutzerinnen das Gefühl, in eine andere Umgebung einzutauchen.

Gerade in der Palliativversorgung geht es nicht nur darum, Symptome zu behandeln, sondern ...
Gerade in der Palliativversorgung geht es nicht nur darum, Symptome zu behandeln, sondern Lebensqualität zu erhalten.(Bild: vlkh)

Die Ergebnisse fielen durchwegs positiv aus: 15 der 16 Befragten berichteten nach der Anwendung von „schönen Eindrücken“, zehn fühlten sich entspannt, bei sieben wurde das Interesse an der Technologie geweckt. Schwindel, Übelkeit, Reizüberflutung oder Stress wurden von keiner der befragten Personen angegeben. Nur zwei Personen standen dem Versuch ängstlich gegenüber. 14 Patienten waren sich sicher, die VR-Brille wieder einsetzen zu wollen, eine Person antwortete mit „eher ja“. Elf Teilnehmende bewerteten den Einsatz als „sehr sinnvoll“, vier als „sinnvoll“.

Lebensqualität erhalten
Die meisten Patienten und Patientinnen der Palliativstation befürworten vor allem immer dann einen Einsatz der VR-Brille, wenn diese zur Entspannung und Ablenkung beiträgt und berichten von positiven Erfahrungen während eines Verbandswechsels, bei Blutabnahmen oder Schmerzen. „Gerade in der Palliativversorgung geht es nicht nur darum, Symptome zu behandeln, sondern Lebensqualität zu erhalten“, erklärten die Projektverantwortlichen Katharina Widmann und Natalie Meusburger, als sie ihr Projekt, das bereits im Jahr 2023 durchgeführt wurde, auf dem österreichischen Palliativkongress vorstellten. Die Studie ist zwar nun Vergangenheit, die VR-Brille ist aber fixer Bestandteil auf der Abteilung und nach wie vor im Einsatz. 

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