Neuer Report

WWF und Grüne unglücklich über Bodenverbrauch

Vorarlberg
19.08.2026 17:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Boden ist ein knappes Gut: Das zeigt auch der aktuelle Bodenverbrauch-Report des WWF. Die Umweltorganisation kritisiert den leichtfertigen Umgang der Politik mit Grund und Boden und mahnt zu gesetzlichen Vorgaben. Auch die Grünen fordern Konsequenzen.  

Äußerst kritisch sieht die Umweltschutzorganisation WWF den Ist-Zustand beim Bodenverbrauch. Nach Angaben des WWF wurden in Österreich im aktuellen Drei-Jahres-Durchschnitt täglich rund 6,5 Hektar neu beansprucht. Das sei deutlich mehr als das politische Ziel von 2,5 Hektar. Besonders hoch ist der Bodenverbrauch pro Kopf im Burgenland mit 1251 Quadratmetern, gefolgt von Niederösterreich mit 952 und Kärnten mit 888 Quadratmetern pro Kopf.

„In den alpinen Bundesländern verschärft die Verbauung hingegen besonders die Knappheit im Dauersiedlungsraum: In Vorarlberg sind bereits 30 Prozent, in Tirol 23 Prozent und in Salzburg 20 Prozent dieser nur begrenzt verfügbaren Fläche beansprucht“, heißt es in dem Bericht. Die 2020 errichtete Weltcupstrecke in Zürs zeige als Negativbeispiel, wie sensible alpine Flächen für großdimensionierte Projekte umgebaut würden. 

Der WWF fordert sowohl vom Bund als auch von den Ländern verbindliche und in Zahlen gegossene Bodenschutz-Ziele, klare Grenzen für neue Betriebsflächen und Straßen, eine Stärkung der Ortskerne sowie einen besseren Schutz unverbauter Böden. Vorrang vor neuer Versiegelung haben aus Sicht des WWF die Nutzung von Leerstand, die Revitalisierung bereits verbauter Flächen sowie die Sicherung landwirtschaftlicher Böden, Grünräume und wertvoller Naturflächen.

Nur in Wien werden mehr Flächen als in Vorarlberg zubetoniert 
Ins gleiche Horn stoßen Vorarlbergs Grüne. Sie sprechen angesichts des Bodenreports von einer alarmierenden Entwicklung und fordern die schwarz-blaue Landesregierung auf, die Grünflächen besser zu schützen. „Vorarlberg ist im Österreichvergleich Schlusslicht beim Bodenschutz. Nur in Wien werden mehr Flächen zubetoniert. Das ist eine katastrophale Entwicklung, gerade vor dem Hintergrund der immer extremeren Hitze“, erklärt Raumplanungssprecher Bernie Weber. 

Netto-Null-Ziel
Er fordert, dass bis 2035 kein zusätzlicher Boden verbraucht oder verbaut wird. Dementsprechend sollte gesetzlich ein Pfad mit einem Netto-Null-Ziel für den Bodenschutz festgelegt werden. „Wer angesichts des heutigen Hitzesommers nicht erkennt, dass wir dringend unsere Grünflächen und gesunden Böden für unser Überleben brauchen, der handelt fahrlässig und verantwortungslos gegenüber den nächsten Generationen“, ist sich Weber sicher.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

3° / 6°
Symbol Regen
6° / 8°
Symbol bedeckt
6° / 10°
Symbol leichter Regen
7° / 9°
Symbol bedeckt

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung