Nur ein Bruchteil von Lithium-Akkus findet seinen Weg in eine fachgerechte Entsorgung. Das kostet nicht nur wertvolle Rohstoffe, sondern birgt auch hohe Brandgefahr in den Recycling-Betrieben.
Der „Internationale Tag der Batterie“ ist nicht zufällig gewählt: Am 18. Februar 1745 erblickte Alessandro Volta im norditalienischen Como das Licht der Welt. Basierend auf seiner Erfindung reitet die Menschheit auf einer nicht enden wollenden Welle der Mobilität. Batterien und Akkus sind aus dem Alltag längst nicht mehr wegzudenken. E-Autos, Laptops und Handys, aber auch unscheinbare Gerätschaften wie leuchtende Haarreifen oder Kinderschuhe, sogar Glückwunschkarten und elektrische Zahnbürsten sind mittlerweile mit kleinen Energielieferanten bestückt.
Immer mehr Batterien landen im Restmüll
Den morgigen 18. Februar nehmen Österreichs Entsorgungsbetriebe aber auch zum Anlass, um einmal mehr auf ein Problem hinzuweisen, das der schier endlose Hunger nach Batterien mit sich bringt. Schätzungen zufolge landen hierzulande rund drei Millionen Stück Lithium-Batterien im Restmüll – eine Menge, die sich durch immer mehr Altgeräte in den kommenden Jahren verdoppeln könnte.
Nur wenn wir Batterien als wertvolle, zugleich aber potenziell gefährliche Ressource verstehen, vermeiden wir Risiken für Mensch und Umwelt.

Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP)
Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
Was Akkus und Co. dort anrichten können, ist bekannt. Allein im Vorjahr kam es zu 36 Großbränden in Deponien (siehe unten), vom Verlust wertvoller Rohstoffe ganz abgesehen. Konkret: Während bei Zylinder- und Knopfbatterien zumindest die Hälfte dem Recycling zugeführt wird, sind es bei Lithium-Batterien miese 13,3 Prozent.
Neue Kampagne soll das Bewusstsein schärfen
Für den „Tag der Batterie“ rückte auch Umweltminister Norbert Totschnig aus. „Die Abfallwirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz, es braucht aber auch die Mithilfe der Bevölkerung“, appelliert Totschnig. Im Frühjahr soll die Kampagne „Her mit Leer“ die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Dass allein damit die gewünschte Recycling-Quote von mehr als 70 Prozent erreicht werden kann, gilt als eher unwahrscheinlich.
Der Weg zu einem Pfandsystem scheint also unvermeidbar. Und es sollte – aufgrund der massenhaften Batterie-Importe aus Fernost – in der gesamten EU gelten. Die Europäische Kommission ist verpflichtet, bis Ende 2027 die Durchführbarkeit und mögliche Vorteile eines solchen Systems zu prüfen. „Das dauert aus meiner Sicht zu lange“, so Totschnig, „wir brauchen rasch ein europäisches System, in dem Batterien unkompliziert zurückgegeben und sicher entsorgt werden können.“
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