15. Sechzehntelfinal-Partie bei der Fußball-WM 2026: Titelverteidiger Argentinien trifft auf Sensationsteam Kap Verde. Wir berichten live (siehe unten).
Hier der LIVETICKER:
Wer Argentinien sagt, muss unweigerlich Lionel Messi sagen – der mittlerweile 39-jährige Superstar spielt seine sechste WM und ist besser denn je. Sechs der acht argentinischen Tore, mit denen die Albiceleste in der Österreich-Gruppe J ohne Punkteverlust Gruppensieger wurde, gingen auf das Konto von „La Pulga“ (der Floh, Anm.). Heute Nacht steht in Messis Wahlheimat Miami nun Kap Verde den Argentiniern im Sechzehntelfinale gegenüber.
Respekt zeigen die Gauchos vor den bisher ungeschlagenen Westafrikanern und ihrer Cinderella-Story durchaus, ein Stolperstein dürfen sie für den Titelverteidiger und seinen Superstar in Überform nicht sein. Selbst Lionel Scaloni gehen mittlerweile die Formulierungen für die Lobreden auf Messi aus, den er im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel erst nach einer Stunde brachte.
„Leo“ wieder von Beginn an
Einer Sache können sich die Mannen von Kap Verde: Gegen sie wird Messi von Beginn an spielen und versuchen, sein Torkonto weiter zu erhöhen. Nun lautet das Sechzehntelfinale nicht Messi gegen Kap Verde, sondern Argentinien gegen Kap Verde. „La Pulga“ hat zehn Mitspieler, die es – auch das wurde in den Vorrundenbegegnungen deutlich – lieben, seine doch etwas geringere Laufleistung zu kompensieren. Sie sind Bewunderer, Bodyguards und Freunde des nur 1,70 Meter großen Superstars.
Messis Stil hat sich dem angepasst, was sein Körper leisten kann. Präzision, Schärfe, Genialität und Entschlossenheit, wenn es gilt – nicht mehr unbedingt die faszinierenden Soli über den halben Platz. Trainer Lionel Scaloni hatte die Mannschaft schon 2022 auf und für Messi perfekt eingestellt. Dabei ist Messi im Eins-gegen-Eins weiter stark, technisch in einer eigenen Liga, aber auch physisch kraftvoll. Einer der Messi-Faktoren ist darüber hinaus seine Gabe, ein Spiel zu lesen.
Kap Verde plant nächsten Coup
Die Kapverdier wissen das alles und planen nichtsdestotrotz, den Argentiniern bei der Mission Titelverteidigung ordentlich in die Suppe zu spucken. Ihre Fans in den USA singen seit einigen Tagen: „Messi ist der Nächste. Messi ist der Nächste.“ Und Kap Verdes Trainer Bubista konstatierte: „Für viele ist er ja der Beste aller Zeiten.“ Gegen den zu spielen, „macht uns stolz!“
Die Kicker von der westafrikanischen Inselgruppe wollen dennoch so wie bisher spielen. Gegen Argentinien „kann man ein Kap Verde erwarten, das sich selbst treu bleibt. Wir werden unsere Spielweise, unsere Identität nicht aufgrund des Gegners ändern“, sagte Co-Trainer Humberto Bettencourt. Denn Meriten hin und Marktwerte her: „Statistiken sind nur Theorie. Uns wurde zu Beginn der WM eine Ein-Prozent-Siegchance gegeben, jetzt sind es vielleicht vier Prozent.“ Ihm sei das egal.
Ihr Überraschungsteam bauten die „Blauen Haie“ dabei sehr pragmatisch auf. Die halbe Welt kennt mittlerweile die Geschichte von Torhüterheld Vozinha und seiner Mutter, die sich die Kaution für das Einreisevisum in die USA nicht leisten konnte. Und dann doch ihren Sohn im Stadion unterstützen durfte. Der 40-Jährige gehört auch zu einer Minderheit von nur zwölf Spielern innerhalb des WM-Kaders, die überhaupt in Kap Verde geboren wurden. Die anderen 14 fanden Bubista und Bettencourt in den Niederlanden (6), den USA (1), in Irland (1), Frankreich (3) und in Portugal (3). Überall auf der Welt suchte das Trainerduo nach Fußball-Profis mit kapverdischen Wurzeln.
Kein Spaziergang
Einen Spaziergang erwarten die Gauchos nicht. Schließlich fanden auch Spanien, Uruguay und Saudi-Arabien nicht heraus, wie Kap Verde zu schlagen ist. Doch auch des Turnierbaums ist sich die Albiceleste bewusst: Erst im Semifinale könnten mit Brasilien oder England Schwergewichte auf die Argentinier warten. Und im Finale könnte wie 2022 in Katar das Team Frankreichs warten …
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