Streit um Müllanlage

Nachbar dagegen: Holding Graz weist Vorwurf zurück

Steiermark
01.07.2026 10:46

In Graz soll eine riesige Müllverbrennungsanlage entstehen. Die benachbarte Firma GAW (Chef ist Ex-Eishockey-Präsident Jochen Pildner-Steinburg) befürchtet dadurch bis zu 10.000 zusätzliche Lkw-Fahrten und wehrt sich rechtlich. Jetzt spricht die Holding Graz.

Wie berichtet, geht jetzt der Industrielle Jochen Pildner-Steinburg gegen den Bau des „Energiewerks Graz“ vor. Pildner-Steinburg ist auch als Gründer und ehemaliger Präsident der „Graz 99ers“ bekannt. Seine Firma GAW liegt unmittelbar neben dem geplanten Neubau. Graz hat bisher noch keine eigene Müllverbrennungsanlage.

Thema kocht seit Wochen hoch
Nachdem eine Bürgerinitiative sich um negative Auswirkungen auf Gesundheit und Klima sorgte und auch die GAW Bedenken äußerte, geht Pildner-Steinburg nun weiter. Die GAW ließ ein Gutachten erstellen und reichte – wie berichtet – Beschwerde gegen den positiven UVP-Bescheid ein.

Die Beschwerde liegt der „Krone“ vor. Darin wird von falschen Zahlenangaben gesprochen, mit denen die „Energie Graz“ (Teil der Holding) operiere. Man befürchtet, dass es vor Ort nicht zu weniger Lkw-Fahrten kommt, sondern zu deutlich mehr. Da Müll aus anderen Bezirken der Steiermark erst nach Graz gebracht werden müsse, um die neue Anlage voll auszulasten. 

Der Industrielle Jochen Pildner-Steinburg ist Gründer und Ex-Präsident der „Graz 99ers“.
Der Industrielle Jochen Pildner-Steinburg ist Gründer und Ex-Präsident der „Graz 99ers“.(Bild: Sepp Pail)

Holding weist Vorwürfe zurück 
Der Holding Graz stößt dies sauer auf. „Die Behauptung, wonach die Umweltverträglichkeitsprüfung auf unrichtigen Annahmen basiere, weisen wir strikt zurück“, heißt es am Mittwoch in einer Stellungnahme an die „Steirerkrone“. Weiters schreibt man, dass es sich um kein reines Abfallprojekt, sondern ein „Klimaschutzprojekt für den Großraum Graz“ handle. Man wolle vor Ort künftig „rund 23.000 Haushalte mit Fernwärme sowie etwa 15.000 Haushalte mit Strom versorgen“.

Sämtliche Fachgutachten wären bei der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) genau geprüft worden. Das Energiewerk soll dazu beitragen, dass in Zukunft mehr Müll vor Ort verbrannt und nicht weiter abtransportiert werden müsse. Man sei offen „für sachliche Diskussionen“ zum Projekt.

Die GAW bleibt dabei und sieht Antransporte von Müll als zusätzliche Verkehrsbelastung. Nun wird wohl das Gericht entscheiden müssen. Die KPÖ machte übrigens das Projekt zur Bedingung für Koalitionsverhandlungen nach der Wahl.

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