Murenabgänge, Überflutungen, Brände – die große Hitze ist in großen Teilen Österreichs teils heftigen Unwettern gewichen und hat zu dramatischen Situationen geführt. So wurden etwa in Tirol Hunderte Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Feuerwehren kommen landauf landab nicht zu Ruhe.
Schon ab den Montagabendstunden ging eine Vielzahl an Notrufen bei den Feuerwehren ein. Im Tiroler Stanzertal wurde ein Linienbus von einer Schlammlawine erfasst und bis zu 80 Zentimeter hoch mit Wasser und Geröll gefüllt. Vier Menschen mussten aus dem Fahrzeug gerettet werden.
1000 Menschen im Tal eingeschlossen
Heftige Unwetter trafen auch das Pitztal schwer: Zwei gewaltige Muren verschütteten am Montagabend die Pitztalstraße, rund 1000 Einwohner sind seither im Tal eingeschlossen. Zwei Häuser mussten vorsorglich evakuiert werden, in St. Leonhard wurde aus Sicherheitsgründen der Strom abgeschaltet.
Einsätze am laufenden Band, auch in der Steiermark: Im Raum Kapfenberg löste ein heftiges Gewitter zahlreiche Notrufe aus. Einsätze wurden auch in Diemlach und Parschlug verzeichnet. Es galt, umgestürzte Bäume zu entfernen, Dächer zu sichern, und Keller und Garagen von Wasser freizupumpen.
In Schladming blieb die Warnstufe aufrecht: Wie Dienstagfrüh bekannt wurde, ist das Geschiebeauffangbecken des Dürrenbachs im Ortsteil Oberhaus mit rund 30.000 bis 40.000 Kubikmetern Geröll vollständig gefüllt. Als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits am Montagabend Bewohner von 47 Gebäuden über eine mögliche Evakuierung im Fall weiterer Starkregen informiert.
Waldbrand in Salzburg
Auch in Salzburg wüteten heftige Gewitter und führten zu Überschwemmungen, Blitzeinschlägen und Bränden. Besonders gefordert waren die Kräfte am Wetterriffl. Ein Hochsitz war durch einen Blitzschlag in Brand geraten. Das Feuer breitete sich daraufhin rasch auf ein angrenzendes Latschenfeld aus. Der Brandort war allerdings mit Fahrzeugen nicht erreichbar.
Auch in Oberösterreich kam es zu mehreren Dutzend Einsätzen. Allein in der Nacht auf Dienstag wurden neun Brände, verursacht durch Blitzschläge, verzeichnet.

Keine Entspannung in Sicht
Ein Ende der Unwettereinsätze ist nicht in Sicht. Denn auch am Dienstagnachmittag gehen im Westen des Landes streckenweise heftige Gewitter nieder. Dagegen scheint in den südlichen Becken und im östlichen Flachland weiterhin häufig die Sonne. Einzelne und dann kräftige Gewitter sind aber auch dort nicht ganz auszuschließen.
Entspannung wird auch am Mittwoch vergeblich gesucht. Im Westen und Norden muss vom Morgen weg mit schweren Gewittern gerechnet werden. Am Nachmittag wird dann auch der Süden und Südosten getroffen, samt erheblichem Unwetterpotenzial.
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