Leichtathletik-EM

Mayer im brutalen Marathon sensationelle Zehnte

Sport-Mix
16.08.2026 10:59
Porträt von Olaf Brockmann
Von Olaf Brockmann

Julia Mayer sorgte am Schlusstag der Leichtathletik-EM in Birmingham für eine Sensation. Die 33-Jährige lief auf dem brutal schwierigen Marathon-Rundkurs in 2:28:23 auf den kaum für möglich gehaltenen zehnten Platz. Nie zuvor hat eine Österreicherin bei einem internationalen Meisterschaftsrennen über die klassischen 42,195 km eine annähernd ähnliche Leistung geschafft. 

Damit gab es für Österreich bei dieser EM fünf Top-Ten-Plätze. Zuvor hatten Hürdensprinter Enzo Diessl (5.), Dreispringer Endiorass Kingley (6.), die Sprintstaffel der Frauen (9.) und Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger (10.) für die anderen Spitzenplätze gesorgt.

Starkes Rennen
Welch ein unfassbares Rennen der Julia Mayer! Die 33-Jährige hatte, wie von ihr angekündigt, das Rennen auf dem extrem schwierigen 5-km-Rundkurs mit insgesamt 600 Höhenmetern im Herzen Birminghams relativ verhalten angegangen. Sie wollte zu Beginn nicht zu viel riskieren, in dem Kurs mit dem ständigen Auf und Ab erst einmal den Rhythmus finden. Dann arbeitete sie sich Kilometer für Kilometer weiter nach vorn…

Julia Mayer
Julia Mayer(Bild: ÖLV / amri.sports)

Und eine Sensation bahnte sich an, als sie sich bei Kilometer 20 in der Verfolgungsgruppe unglaublich mutig an die Spitze setzte und damit hinter der souverän zu Gold laufenden Finnin Alisa Vainio plötzlich an zweiter Stelle lag. Beim Halbmarathon (1:13:47) lag sie in einer neunköpfigen Verfolgergruppe weiter mit an der Spitze. Dieses Feld blieb bei guten äußeren Bedingungen – die Hitze der vergangenen Tage hatte sich gelegt – lange geschlossen. Bei Kilometer 30 fiel Julia Mayer dann etwas zurück, hatte sechs Sekunden Rückstand auf die Gruppe.

Früchte geerntet
Julia Mayer erntete bei dieser EM die Früchte für ihre perfekte Vorbereitung seit ihrem Super-Rekord im vergangenen Dezember in Valencia (2:26:08). Danach hieß das Motto „mehr Qualität als Quantität“. Sie war dem ständigen Auf und Ab gewappnet, einem „Rhythmusbrecher“, einer enormen Belastung für die Beine, wie Julia Mayer sagte. In der Vorbereitung auf die EM lief sie häufig im Gelände, bestritt (als Siegerin) auch einen anspruchsvollen Trailrun. Wochenlang trainierte sie in 1800 m Höhe von Livigno. Die Zeit auf diesem Kurs war natürlich sekundär. Was zählte, war die Platzierung. Bei ihrer dritten EM war dies natürlich nach den 10.000 m in München 2022 (18.) und dem Halbmarathon in Rom 2024 (35.) ihre Top-Platzierung.

„Fast zu defensiv“
Julia Mayer nach dem Rennen: „Ich bin fast zu defensiv angegangen, dann habe ich selbst Tempo gemacht, und als niemand vorlaufen wollte, habe ich das halt gemacht. Alle waren dann überrascht, als ich Zweiter war. Das haben mir auch alle von unserem Team zugeschrieen, das wollte ja keiner glauben. Es war ein tolles Gefühl, da vorne zu laufen. Natürlich bin ich sehr, sehr zufrieden. Top Ten war mein Ziel, das habe ich geschafft! Ich bin stolz, diesen Platz gehalten zu haben!“ Und die Zeit auf diesem harten Kurs sei auch ein Hammer gewesen, wie sie anfügte.

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