Strom abgeschaltet

1000 Menschen sitzen nach Muren in Tal fest

Tirol
30.06.2026 10:05

Heftige Unwetter haben auch das Pitztal in Tirol schwer getroffen: Zwei gewaltige Muren verschütteten am Montagabend die Pitztalstraße, rund 1000 Einwohner sind seither im Tal eingeschlossen. Zwei Häuser mussten vorsorglich evakuiert werden, in St. Leonhard wurde aus Sicherheitsgründen der Strom abgeschaltet.

Nach sintflutartigen Regenfällen verwandelte sich die Pitze binnen kurzer Zeit in einen reißenden Fluss. Zwischen den Ortsteilen Hairlach und Bichl gingen zwei Muren auf die Pitztalstraße ab und machten die einzige Talverbindung unpassierbar. Eine Umleitung gibt es nicht – rund 1000 Bewohner sind laut Feuerwehr damit vorerst von der Außenwelt abgeschnitten.

Wie schwer die Schäden an der Landesstraße tatsächlich sind, konnte am Dienstag zunächst noch nicht beurteilt werden. Nach ersten Einschätzungen könnten sogar Teile der Fahrbahn weggerissen worden sein. Schweres Gerät wurde bereits an die Einsatzstelle gebracht, um das Ausmaß der Verwüstungen zu erfassen und erste Sicherungsmaßnahmen einzuleiten.

Häuser geräumt
Besonders angespannt war die Lage bei zwei Wohnhäusern, die von einer Mure nur knapp verfehlt wurden. Aus Sicherheitsgründen wurde eine sechsköpfige Familie in der Nacht in einem nahegelegenen Hotel untergebracht. Die Bewohner des zweiten betroffenen Hauses entschieden sich jedoch gegen eine Evakuierung.

Zwei Häuser wurden von einer Mure knapp verfehlt.
Zwei Häuser wurden von einer Mure knapp verfehlt.(Bild: FF St. Leonhard im Pitztal)

Von der Straßensperre betroffen sind alle Ortsteile taleinwärts von Hairlach. Lediglich Zaunhof bleibt weiterhin erreichbar. Für rund zwei Drittel der etwa 1450 Einwohner von St. Leonhard heißt es daher vorerst warten. Wann die Straße wieder geöffnet werden kann, ist derzeit völlig offen.

Strom vorsorglich abgeschaltet
Zusätzliche Sorgen bereitete am Dienstagvormittag die Stromversorgung. Aus Sicherheitsgründen wurde in St. Leonhard der Strom abgeschaltet. Die Gemeinde warnte zugleich, dass dadurch auch das Mobilfunknetz ausfallen könnte. Vorsorglich wurden deshalb die Feuerwehrhäuser in St. Leonhard, Neurur und Plangeroß besetzt, um im Notfall rasch Hilfe organisieren zu können.

Immerhin gibt es auch eine gute Nachricht: Trotz der dramatischen Ereignisse wurde nach bisherigen Informationen niemand verletzt. Allerdings bleibt die Wetterlage angespannt – für den Dienstagnachmittag sind erneut kräftige Gewitter angekündigt. Die Einsatzkräfte beobachten die Situation daher weiterhin mit größter Aufmerksamkeit.

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