Zwei Milliarden Euro kostet die Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028. Mehr als 1,4 Milliarden Euro davon zahlen sich die Unternehmen über höhere Steuern selbst. Eine Berechnung zeigt, was die Entlastung pro Betrieb bringt: Bei einem durchschnittlichen Medianeinkommen beläuft sie sich auf 380 Euro pro Jahr.
Die Senkung der Lohnnebenkostensenkung 2028 ist die größte Offensivmaßnahme im Doppelbudget der Regierung. Der Beitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) sinkt um einen Prozentpunkt. Bei einem durchschnittlichen Medianeinkommen von rund 38.000 Euro jährlich bringt das 380 Euro pro Mitarbeiter, rechnet der ÖVP-Wirtschaftsbund vor.
1672 Euro Entlastung pro Betrieb
Ein durchschnittlicher Betrieb hat 4,4 Mitarbeiter, daher kommt es zu einer Entlastung von 1672 Euro pro Betrieb. „Es ist die größte Lohnnebenkostensenkung in der Geschichte“, betont Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger Miedl. Es sei ein „Mythos“, dass sich diese Entlastung die Untenrehmen selbst zahlen.
In Summe kostet das den Staat 2028 rund zwei Milliarden Euro. Fast 1,5 Milliarden Euro werden durch die Unternehmen selbst gegenfinanziert, bleibt unter dem Strich aber eine Netto-Entlastung von rund einer halben Milliarde Euro. Dazu bekommen die Unternehmer auch noch den Industriestrom, der 250 Millionen kostet, in Summe komme es daher zu einer Entlastung für Unternehmen von 800 Millionen Euro.
Bürokratie, Energiepreise und die Lohnkosten sind die drängendsten Probleme der Unternehmen.

Tanja Graf, Wirtschaftsbund
Bild: Wirtschaftsbund.at
Zu den großen Maßnahmen, die die Unternehmer auf der Kostenseite wiederum treffen, gehört die FLAF-Pflicht für über 60-jährige, die 500 Millionen Euro kostet, dazu kommt die Bankenabgabe, die höhere Körperschaftssteuer für Unternehmen mit mehr als einer Million Euro Gewinn, die Einschränkung des Gewinnfreibetrags, sowie kleinere Maßnahmen. Eibinger-Miedl betont, dass viele Maßnahmen nicht in der Breite die Unternehmen treffen, etwa die Bankenabgabe oder die KÖSt-Erhöhung, die nur für fünf Prozent der Firmen anfällt.
Große Mehrheit für Maßnahme
„Neun von zehn Unternehmern begrüßen laut einer Umfrage eine Senkung der Lohnnebenkosten“, sagt Wirtschaftsbund-Chefin Tanja Graf. Neben Bürokratie und Energiepreisen seien die Lohnkosten das drängendste Problem für Unternehmen. Abgesehen davon gebe es noch weitere Maßnahmen im Budget, wie Maßnahmen für Start-ups oder die Erhöhung der Buchführungsgrenzen.
Die Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt bringt laut einer Studie des Instituts EcoAustria zudem bis zu 12.000 Arbeitsplätze, da niedrigere Lohnkosten auch die Beschäftigung ankurbeln. Allerdings wird in der Studie die Maßnahme isoliert betrachtet – steigen im Gegenzug Steuern für die Unternehmen, wird der Effekt wohl abgedämpft.
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