Wien schwitzt – und damit heizen sich auch die beliebten Badegewässer in rasanter Geschwindigkeit auf. Die Alte Donau kratzt bereits an der 30-Grad-Marke. Auch die Neue Donau ist außergewöhnlich warm. Experten beobachten die Entwicklung mit Sorge. Die Stadt Wien beruhigt.
Die Alte Donau steuert auf ein ökologisches Fiasko zu, falls die Hitzewelle anhält. „Ab 30 Grad Wassertemperatur wird es sehr kritisch“, sagt Professor Thomas Hein von der Universität für Bodenkultur (Boku) zur „Krone“.
Fische, allen voran Hechte und Zander, drohen zu ersticken. Denn je wärmer, desto niedriger ist der Sauerstoffgehalt im Wasser. Zugleich benötigen wechselwarme Tiere mehr Sauerstoff, wenn die Temperatur steigt. Heißt: „Weniger Angebot, mehr Bedarf“, erklärt der Experte. Eine Todesspirale.
Und die Alte Donau hatte am Montag laut Stadt bereits mehr als 29 Grad. Etwas besser an Hitze angepasst sind karpfenartige Fische, die es dort ebenfalls gibt. Doch auch sie leiden.
Neue Donau: Warnsignale
An der Neuen Donau gab es zuletzt ebenfalls Warnsignale. Im Bereich von Klosterneuburg berichten Anrainer von üblem Geruch, der vom Wasser ausgeht. Solche Gerüche können ein Hinweis darauf sein, dass in den Gewässern biologische Abbauprozesse zunehmen und Sauerstoff knapp wird. Bis Freitag bildete sich im Bereich der Lobau bei Kilometer 5,5 ein auffälliger grüner Algenschleim an der Wasseroberfläche.
Mittlerweile sind die Grünalgen dort zwar wieder verschwunden, doch die Entwicklung zeigt, wie rasch sich die Situation bei anhaltender Hitze verändern kann.
Stadt Wien: „Keine unmittelbare Gefahr“
Von der MA45 (Wiener Gewässer) heißt es dazu auf „Krone“-Anfrage, dass längere Hitze und Trockenperioden die Gewässer belasten, aber es bestehe keine „unmittelbare Gefahr“, dass die Naturgewässer kippen.
„Die Gewässer werden laufend beobachtet und entsprechend dem Zustand werden Maßnahmen gesetzt, um die Wasserqualität langfristig zu sichern“, heißt es. Die Qualität der Neuen und Alten Donau sei aktuell ausgezeichnet.
Donauinsel „filtert“ das Wasser
Die Donauinsel fungiere als „Filter“, da es einen permanenten Zustrom von gefiltertem Wasser aus der Donau in die Neue Donau gibt. Hierbei wird das Wasser durch das Substrat der Donauinsel gefiltert und die Qualität der Neuen Donau entsprechend positiv beeinflusst, so die Stadt Wien.
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