Nach Jahren der wirtschaftlichen Schwäche gibt es für Österreich erstmals wieder deutlich positivere Signale. Die beiden führenden Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes erwarten für heuer ein Wachstum der Wirtschaftsleistung. Zwar bleibt die Entwicklung von internationalen Krisen beeinflusst, doch sinkende Energiepreise und eine schrittweise Erholung der Konjunktur sorgen für vorsichtigen Optimismus.
Österreichs Wirtschaft soll im Jahr 2026 real um 0,8 Prozent (IHS) beziehungsweise 0,9 Prozent (Wifo) wachsen. Während das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) seine bisherige Prognose bestätigte, hob das Institut für Höhere Studien (IHS) seine Wachstumserwartung um 0,3 Prozentpunkte an.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die zuletzt deutlich gesunkenen Öl- und Treibstoffpreise. Nach Angaben der Wirtschaftsforscher haben die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein dauerhaftes Ende des Konflikts zu einer Entspannung auf den Energiemärkten geführt. Dadurch könnte die Konjunktur in Österreich ab der zweiten Jahreshälfte wieder an Dynamik gewinnen.
Aufschwung soll ab Jahresende Fahrt aufnehmen
Das Wifo erwartet eine allmähliche Belebung der Wirtschaft bereits im weiteren Jahresverlauf. Das IHS rechnet hingegen im zweiten und dritten Quartal noch mit einer Stagnation der Wirtschaftsleistung. Erst gegen Ende des Jahres soll die heimische Wirtschaft wieder stärker wachsen.
Auch für 2027 gehen die Institute von einer Fortsetzung der Erholung aus. Das IHS erhöhte seine Wachstumsprognose für das reale Bruttoinlandsprodukt auf 1,0 Prozent. Das Wifo erwartet für 2027 ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent. Österreichs Industrie und Exportwirtschaft dürften nach Einschätzung der Experten bis Ende 2027 wieder stärker vom weltweiten Aufschwung profitieren.
Inflation soll deutlich zurückgehen
Der Konflikt im Iran hatte sich zuvor auch auf die Preisentwicklung ausgewirkt. Höhere Rohöl- und Erdgaspreise ließen die Inflation zwischen März und Mai deutlich ansteigen und belasteten sowohl die Stimmung der Unternehmen als auch jene der Konsumenten. Seit Mitte Mai sind die Energiepreise jedoch wieder gesunken und haben sich zuletzt dem Vorkrisenniveau angenähert.
Für das laufende Jahr rechnen die Institute mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent (IHS) beziehungsweise 3,2 Prozent (Wifo). Im kommenden Jahr soll sich die Teuerung deutlich abschwächen. Das IHS erwartet dann eine Inflationsrate von 2,3 Prozent, das Wifo prognostiziert 2,4 Prozent.
Arbeitsmarkt bleibt vorerst unter Druck
Am Arbeitsmarkt bleibt die Lage vorerst angespannt. Die schwache Wirtschaftsentwicklung der vergangenen Jahre hat die Zahl der Arbeitslosen steigen lassen. Die nationale Arbeitslosenquote erhöhte sich von 6,3 Prozent im Jahr 2022 auf 7,4 Prozent im Jahr 2025. Für heuer erwarten beide Institute einen weiteren Anstieg auf 7,5 Prozent. Erst 2027 soll sich die Situation wieder etwas verbessern und die Arbeitslosenquote auf 7,3 Prozent sinken.
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