Er war ihr Kunde
Prostituierte erpresste Priester mit Nacktfotos
Das Landgericht Würzburg hat am Donnerstag eine Prostituierte (30) wegen Betrugs und Erpressung zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Ein Priester zahlte 255.000 Euro als „Schweigegeld“ und für die Behandlung der von der Frau erfundenen Krebsdiagnose.
Der Entscheidung war ein Deal der Prozessbeteiligten vorausgegangen. Die Frau hatte im Wesentlichen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt, wonach sie den Geistlichen und zwei weitere Männer um knapp 350.000 Euro geprellt hat. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Krebsdiagnose erfunden
Die 30-Jährige hatte den pensionierten Priester laut Anklage 2016 in einem Würzburger Saunaklub kennengelernt. Im Jahr 2022 wurde der Mann ihr Kunde. Im Jänner 2023 erzählte die Frau dem zur sexuellen Enthaltsamkeit verpflichteten katholischen Geistlichen von einer angeblichen Leukämie – in den Folgemonaten soll sie ihm mehrfach Geld für erfundene Behandlungskosten abgeschwatzt haben.
Priester zahlte 255.000 Euro
Bis 2025 soll der Priester im Ruhestand, der mittlerweile nicht mehr im Bistum Würzburg lebt, der Frau mindestens 255.000 Euro gezahlt haben, teils für medizinische Behandlungen, teils als Schweigegeld. Laut Anklage wollte der pensionierte Geistliche verhindern, dass die 30-Jährige heimlich aufgenommene Nacktbilder veröffentlichte oder das Bistum Würzburg über die Affäre informierte.
Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren Haft plädiert, die Verteidigung auf zweieinhalb Jahre. Die Anklage hatte der Frau auch die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen vorgeworfen, weil sie den nackten Geistlichen ohne dessen Wissen fotografiert hatte.









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