Russland steht kopf: Der Krieg ist im Alltag angekommen. Im Kreml simuliert Putin Normalität – während er gerade die Herrschaft über das Zarenjuwel Krim zu verlieren droht. Ukrainische Drohnen haben die Halbinsel vom Hinterland so gut wie abgeschnitten.
Diese Fokussierung der Ukraine auf das Zarenjuwel beweist zweierlei: Erstens die emotionale Bindung der Ukraine an die Krim, obwohl die Beherrscherin des Schwarzen Meeres (Kriegshafen Sewastopol) erst seit 1953 ein Teil der Ukraine ist, und zweitens das ukrainische Drohnenwunder im Verlaufe dieses Krieges.
Ukrainischer Erfindergeist gepaart mit Starlink von Elon Musk haben die Treffergenauigkeit russisch-iranischer Drohnen bei Weitem überflügelt. Die Produktionsstätten haben ihre Wurzeln in der lokalen Luftfahrtindustrie aus der Ex-Sowjetunion und Fachwissen und Ingenieurskünste wirken dort bis heute.
Will die Führung in Kiew die Krim echt zurückgewinnen oder nur Druck ausüben, damit Russland Truppen von anderen Frontabschnitten abziehen muss? Gerade auf der Krim ist es nicht sicher, ob die Mehrheit der Bevölkerung wirklich zur Ukraine zurück will. Eine (UNO?-)Volksabstimmung unter den Bewohnern aus 2022 könnte Aufschluss bringen.
Jedenfalls ist die Krim ein gutes Faustpfand für Verhandlungen mit Russland. Putin erklärte erst Dienstag neuerlich Verhandlungsbereitschaft – unter seinen Bedingungen.
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