Bei einer Bürgerbefragung hat eine Waldviertler Gemeinde am Sonntag ganz knapp gegen drei geplante Windräder gestimmt. Der „Beitrag zur Energiewende“ sei nun obsolet, bedauert der Ortschef.
„Als Gemeinde halten wir uns auch daran, was wir vorher angedeutet haben“, sagt Bürgermeister Andreas Boigenfürst (ÖVP) nach der Abstimmung in Burgschleinitz-Kühnring. Im Gemeinderat wurde festgelegt: Ab 40 Prozent Wahlbeteiligung wird das Ergebnis bindend und der Windpark entweder fix gebaut – oder eben nicht. Nur ganz knapp werden sie nun nicht gebaut werden.
Extrem hohe Wahlbeteiliung
Das Projekt polarisierte: im Wahlsprengel Zogelsdorf gab es sogar eine Wahlbeteiligung von fast 90 Prozent. Insgesamt gingen aus allen Ortschaften der Marktgemeinde 75 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahl – also 833 Personen. Davon stimmten 410 für die Windräder, 423 dagegen. Nur 13 Stimmen liegen also zwischen Befürwortern und Gegnern.
„Ich bedanke mich bei allen, die zur Wahl gegangen sind“, freut sich Boigenfürst über die hohe Wahlbeteilgung. „Persönlich bedauere ich natürlich das Ergebnis. Es wäre eine Chance gewesen, auch als kleine Gemeinde einen Beitrag zur Energiewende zu leisten“, sagt er.
Chance auf Strom für 17.000 Häuser
In den Tagen davor hat es viele Postwürfe gegeben, die anonym an die Haushalte ausgeteilt wurden. Auch von außerhalb der Gemeinde sprachen sich viele Aktivisten dafür und dagegen aus. Immerhin: 17.000 Häuser hätten durch das Projekt mit Strom versorgt werden können. Pro Windrad hätte Betreiber Verbund eine gesetzliche Ausgleichszahlung von 44.000 Euro pro Jahr an die Gemeinde gezahlt. „Eine große Zukunftschance für die Gemeinde wurde damit vergeben“, heißt es nach der Wahl von Verbund.
Lärmbelästigung als Gegenargument
„Wir sind erleichtert“, sagt ein Gegner aus Zogelsdorf, der anonym bleiben will. „Bei uns am Land kennt jeder noch jeden, und damit auch die Parteizugehörigkeit.“ Die Windräder wären ihm viel zu nahe am Ort gewesen, auch der „Lärm“ der Anlagen wird gefürchtet. Der Verbund spricht von 1200 Meter Abstand, die jeder Betreiber per Gesetz einhalten muss. Auch deshalb, weil die Weindräder dann im Ort nicht mehr zu hören sein sollen.
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