
Pro Tag müssten rund 40 Personen Österreich verlassen. Im ersten Halbjahr 2026 seien bereits 7000 Abschiebungen erfolgt, so das Innenministerium. Erst 2025 wurde mit 14.324 Abschiebungen ein Rekord gefeiert. Der Faktencheck zeigt allerdings: Tatsächlich handelte es sich um 6827 zwangsweise und 7497 freiwillige Ausreisen. Auch bei den Zahlen für 2026 ergibt sich eine Diskrepanz: Laut Innenministerium sind 50% jener Personen, die Österreich verlassen müssen, verurteilte Straftäter. Laut verfügbaren Daten sind es jedoch nur rund zehn Abschiebungen von Straftätern pro Tag. Hochgerechnet auf das erste Halbjahr entspricht das etwa 1825 Personen, also 25%.
Noch brisanter wird es beim Blick hinter die Statistik. In Polizeikreisen ist bereits von „Intensiv-Grenzgängern“ die Rede, die mehrfach aufscheinen. Diensthabende Beamte berichten mir, dass allein rund 50 Personen für eine vierstellige Zahl an registrierten Fällen sorgen. Der Grund: Manche Straftäter werden über die Grenze gebracht, sind tags darauf wieder da und werden erneut straffällig.
De facto will das Innenministerium offenbar seine Rekordzahlen bewahren. Nach einer Anfrage wird eingestanden, dass keine Personenstatistiken geführt werden. Deshalb werden Personen mehrfach gezählt. Kein Wunder, dass es in der Polizei brodelt – und Beamte, die im Dienst an ihre Grenzen gehen, für solche Zahlenspiele mit Grenzgängern wenig Verständnis haben.
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