Trockenheit ist schuld

Unsere verlässliche Energiestütze bröckelt dahin

Österreich
06.05.2026 12:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die anhaltende Trockenheit hinterlässt immer deutlichere Spuren in Österreichs Energieversorgung: Ausgerechnet die Wasserkraft, lange eine verlässliche Stütze der Stromproduktion, schwächelt spürbar – und das nach einem starken Vorjahr.

Wie der Verbund-Konzern mitteilte, liefern die Laufkraftwerke heuer bislang deutlich weniger Strom als im langjährigen Durchschnitt. Konkret liegt die Erzeugung aktuell um rund 28 Prozent darunter. Nach einem sehr guten Jahr 2024 deutet sich damit bereits das zweite Jahr mit einem markanten Rückgang an. Hauptgründe sind fehlende Niederschläge sowie Schneemangel, eine rasche Besserung ist derzeit nicht in Sicht.

Sonne sorgt für zusätzliche Probleme
Trotz der ohnehin geringeren Produktion werden die Laufkraftwerke zeitweise sogar gedrosselt. Der Grund liegt im starken Ausbau der Photovoltaik: Bei Schönwetter speisen Solaranlagen große Mengen Strom ins Netz ein. Um eine Überlastung zu vermeiden, müssen andere Kraftwerke – darunter auch Laufkraftwerke – ihre Leistung reduzieren.

Das Balkendiagramm zeigt die Abweichung des Niederschlags im Flächenmittel in Österreich von Januar bis April 2026 gegenüber der Periode 1991 bis 2020. Im Februar liegt der Niederschlag 46 % über dem Durchschnitt, während Januar, März und April deutliche Rückgänge von 32 %, 58 % und 64 % zeigen. Quelle: Geosphere Austria.

Das führt zu einem paradoxen Effekt: Wasser fließt in solchen Fällen ungenutzt durch die Kraftwerke. Eine Speicherung ist bei Flusskraftwerken nicht möglich, zudem sind die Pegelstände behördlich geregelt. Zufließendes Wasser muss daher unmittelbar wieder abgegeben werden.

Speicherlösungen stoßen an Grenzen
Bei neuen Kraftwerksprojekten prüft der Verbund zwar den Einsatz lokaler Speicherlösungen. Neue gesetzliche Regelungen begünstigen solche netzdienlichen Speicher erstmals beim Netztarif. Im Bestand sind die Möglichkeiten jedoch eingeschränkt. Häufig fehlt der Platz für zusätzliche Anlagen, da umliegende Flächen unter Naturschutz stehen.

Zudem können selbst große Batteriespeicher mit einer Kapazität von 100 bis 200 Megawattstunden die Schwankungen nur begrenzt ausgleichen. Die Differenz zwischen gedrosseltem Betrieb und Vollauslastung eines Donaukraftwerks wie Greifenstein würde einen solchen Speicher bereits innerhalb einer Stunde vollständig füllen.

Pumpspeicher stabilisieren das System
Entspannter stellt sich die Lage bei Pumpspeicherkraftwerken dar. Deren Füllstände befinden sich laut Verbund aktuell im üblichen Bereich. Sie spielen eine wichtige Rolle im Energiesystem: Einerseits speichern sie überschüssigen Strom, andererseits können sie kurzfristig zur Stabilisierung des Stromnetzes eingesetzt werden.

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