Sorge vor Extremwetter

40 Grad am Siebenschläfertag – droht Dauerhitze?

Österreich
24.06.2026 16:45

Österreich steuert auf das bislang heißeste Wochenende des Jahres zu. Bis zu 40 Grad werden erwartet – und das ausgerechnet rund um den Siebenschläfertag. Die Sorge wächst: Könnte die alte Bauernregel tatsächlich Recht behalten und steht uns ein unerträglich heißer Somme bevor?

Ausgerechnet rund um den 27. Juni spitzt sich die Wetterlage in Österreich deutlich zu. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland steigen die Temperaturen am Wochenende auf bis zu 40 Grad, die GeoSphere Austria hat bereits die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen.

Bekannter Wetter-Lostag im Volksglauben
Und genau dieser Zeitpunkt sorgt für Unruhe: Der Siebenschläfertag gilt seit Jahrhunderten als einer der bekanntesten Wetter-Lostage im Volksglauben. Die alte Bauernregel ist vielen bekannt: „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.“

Für viele klingt das wie eine einfache Bauernweisheit aus vergangenen Zeiten. Doch jedes Jahr stellt sich dieselbe Frage neu – und heuer wirkt sie besonders brisant: Kann es sein, dass diese Regel diesmal tatsächlich zutrifft?

Bauernregel

Bauernregeln sind traditionelle, meist gereimte Wetter- und Naturregeln, die auf langjährigen Naturbeobachtungen beruhen und früher als Orientierung für Landwirtschaft und Wetterentwicklung dienten.

Der Hintergrund: Die Bauernregel entstand aus jahrhundertelanger Naturbeobachtung in der Landwirtschaft. Über Generationen hinweg fiel auf, dass sich Ende Juni oft eine stabile Wetterlage einstellt, die den weiteren Sommer prägen kann. 

„Wahrer Kern“ – aber keine Garantie
Meteorologen verweisen darauf, dass sich die großräumige Wetterlage in Mitteleuropa häufig Ende Juni bis Anfang Juli stabilisieren kann. Tritt in diesem Zeitraum eine bestimmte Wetterlage ein, kann sie sich unter Umständen über mehrere Wochen hinweg halten. Der Siebenschläfertag gilt daher in der Meteorologie als sogenannter Lostag, allerdings nicht als exakte Wettervorhersage für einen bestimmten Tag.

Gleichzeitig betonen Experten, dass der einzelne Kalendertag meteorologisch nicht als verlässlicher Prognosezeitpunkt geeignet ist. Entscheidend sei vielmehr die gesamte Wetterentwicklung im Zeitraum um Ende Juni und Anfang Juli.

Genau heuer aber trifft die historische Bauernregel auf eine konkrete Hitzesituation: Österreich erlebt eine markante Hitzewelle, vielerorts steigen die Temperaturen auf über 35 Grad, regional sogar bis nahe 40 Grad.

Die Kombination aus aktueller Extremhitze und dem Zeitpunkt rund um den Siebenschläfer sorgt daher für eine spürbare Verunsicherung: Ist das nur ein heißes Wochenende – oder der Start in einen wochenlangen Hitzesommer?

Bereits jetzt extreme Hitzebelastung
Unabhängig von der Bauernregel ist die Lage bereits jetzt ernst. Die GeoSphere Austria spricht von extremer Hitzebelastung. Grundlage ist die sogenannte gefühlte Temperatur, die auch Luftfeuchtigkeit, Wind und nächtliche Abkühlung berücksichtigt.

Gesundheitliche Belastungen sind möglich: Kreislaufprobleme, Schwindel, Erschöpfung oder Verwirrtheit. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder und Vorerkrankte. 

Die Erklärgrafik zeigt die Warnstufen für Hitze anhand der gefühlten Temperatur. Ab 40 °C besteht starke Belastung, ab 35 °C erhöhte Belastung und ab 30 °C leicht erhöhte Belastung. Unter 30 °C gibt es keine Warnung. Die gefühlte Temperatur wird durch Lufttemperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit und Sonnenstrahlung beeinflusst. Quelle: Geosphere Austria.

Entscheidend für die Sommerentwicklung
Ob der Siebenschläfer diesmal tatsächlich „Recht behält“, lässt sich wissenschaftlich nicht sicher sagen. Klar ist aber: Der Zeitpunkt der aktuellen Hitzewelle fällt in eine Phase, die meteorologisch als entscheidend für die Sommerentwicklung gilt.

Und genau deshalb wächst die Aufmerksamkeit – und bei vielen auch die leise Sorge ...

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